G’sundes Südtirol: Smoothies und Säfte
Aus unseren Lieblingsobstsorten lassen sich auch ganz herrliche, gesunde Getränke herstellen, erklärt Dr. Christian Thuile.
Smoothies passen sehr gut in unsere modernen Ernährungsgewohnheiten, sie sind schnell zubereitet, aus gesunden Zutaten, wir können sie immer wieder neu zusammenstellen und sie sehen einfach toll aus. Im Grunde handelt es sich dabei um flüssiges Obst (und Gemüse), Smoothies sind auch als eine Art Mahlzeit zu betrachten und nicht einfach nur als Durstlöscher, sie können eine (Zwischen-)Mahlzeit sehr gut ersetzen.
Auch wer Obst und Gemüse nicht so gerne isst, kann es alternativ mit Smoothies versuchen, so der bekannte Ernährungsmediziner, denn darin bleiben Vitamine, Mineralstoffe und auch Ballaststoffe erhalten. Allerdings mit einem Unterschied, was die Ballaststoffe angeht, die unsere Verdauung so dringend braucht und die uns so guttun. Im frischen Obst weisen sie auch einen tollen Sättigungsgrad auf, werden sie aber im Mixer verarbeitet, wird ihre Zellstruktur zerstört und sie bleiben zwar trotzdem erhalten und unterstützen die Darmflora, aber das Sättigungsgefühl, wird dadurch deutlich reduziert.
Damit wir eine möglichst große Auswahl an sekundären Pflanzenwirkstoffen reinbringen gilt bei den Smoothies: je bunter, umso gesünder! Für unseren Radio-Doktor gehören in einen gesunden Smoothie auf jeden Fall Beeren, wie Schwarzbeeren und Himbeeren, etwas Apfel und gerne auch Komponenten aus dem Gemüsebereich, wie Spinat oder Kohl. Und am besten auch ein paar Leinsamen, denn darüber freuen sich Darm und Immunsystem. Wer kein frisches Obst bei der Hand hat, kann auch tiefgefrorenes verwenden, darin sind die wertvollen Inhaltstoffe Großteils erhalten.
Bei Smoothies kommt es unbedingt auf Frische an. Wenn wir uns unterwegs einen kaufen, ist die Frage, wie lange er da schon herumstand und wie viele Vitamine und Spurenelemente bereits verloren gegangen sind. Die wichtigen Radikalfänger oxidieren mit der Luft und werden nach und nach abgebaut, auch das wäre ein großer Qualitätsverlust. Am besten ist es Smoothies immer (selbst) frisch zuzubereiten und direkt zu trinken.
Im Unterschied zu den meisten anderen Fruchtsäften, bleiben im Smoothie die sekundären Pflanzenwirkstoffe erhalten, beispielsweise die gesundheitsfördernden Polyphenole, die besonders auch dem Abwehrsystem guttun. Ein möglicher Nachteil von Smoothies ist, dass sie auch Fruchtsäuren enthalten, die – wenn sie oft getrunken werden – den Zahnschmelz angreifen können.
Bei den extrem vielen Fruchtsäften, die angeboten werden, ist es gar nicht so einfach den Überblick darüber zu behalten, wovon genau die Rede ist und vor allem wie hoch Frucht- und Zuckeranteil sind. Wird die Bezeichnung „Fruchtsaft“ verwendet, haben wir es mit einem Fruchtgehalt von 100% zu tun, entweder ein direkt gepresster oder ein Saft aus Konzentrat, Zucker darf nicht zugefügt werden. „Fruchtnektar“ klingt sehr vielversprechend, enthält aber nur zwischen 25 und 50% Frucht, der Rest ist Wasser und Zucker. Als „Fruchtsaftgetränk“ werden beispielsweise Limonaden bezeichnet, für die schon ein Fruchtgehalt von 5% ausreichend ist, darüber hinaus enthalten die meisten sehr viel Zucker und Aromastoffe.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.