G’sundes Südtirol im Mai: Alpine Heilkräuter

Einige der wertvollsten alpinen Heilkräuter werden tatsächlich jetzt erst nach und nach wiederentdeckt, nachdem sie jahrhundertelang die Basis für die Südtiroler Volksheilkunde gebildet haben, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Alpine Heilkräuter müssen von Natur aus mit extremen Bedingungen zurechtkommen, wie großer Kälte, Wind, Trockenheit, auch einer hohen UV-Strahlung. Das alles überstehen sie nur, weil sie eine Menge Stress-Schutz-Stoffe produzieren und genau diese machen sie auch so interessant für die Naturheilkunde. Dadurch erreichen wir auch eine extra gute Wirkung auf die menschliche Widerstandskraft. Und noch etwas haben sie alle gemeinsam: durch ihre relativ kurze Wachstumszeit im Jahr, entwickeln sie besonders robuste Wirkstoffe und intensive Aromen. Und ein weiterer großer Pluspunkt ist natürlich auch ihr Standort fernab von den schädlichen Umweltfaktoren im Tal.

Alpine Heilkräuter sind echte Überlebenskünstler, nur die Besten haben am Berg eine Chance. Diese entwickeln dann auch eine hohe Konzentration an Wirkstoffen: ätherischen Ölen, Bitterstoffen, Gerbstoffen und sekundären Pflanzenwirkstoffen. Und interessant ist auch, dass wir davon meist nicht nur isolierte Wirkstoffe verwenden, sondern die ganze Pflanze und dadurch erreichen wir eine bessere Aufnahme ins Blut und auch eine ausgeglichenere Wirksamkeit. Natürlich stehen mittlerweile fast alle unter strengem Naturschutz und sind stark reglementiert, weswegen wir sie uns heutzutage, in zertifizierten Produkten, in der Apotheke besorgen.

Arnika, diese bei uns fast allen bekannte alpine Heilpflanze, bildet vor allem extrem hohe Mengen des Pflanzenwirkstoffes „Helenalin“. Damit gilt sie als stärkstes heimisches Mittel bei Entzündungen und Schwellungen, bei stumpfen Verletzungen und wird gerne bei Verstauchungen oder Muskelschmerzen verwendet.

Der gelbe Enzian bringt es unter den heimischen Heilpflanzen auf die höchste Konzentration an Bitterstoffen und das macht ihn wertvoll für die Leber und für unsere Verdauung. Die Alpen-Mutterwurz produziert eines der stärksten pflanzlichen Mittel gegen Blähungen und Koliken. Und auch der Bärenfenchel kommt bei Verdauungsbeschwerden zum Einsatz, vor allem auch bei Appetitlosigkeit.

Die Meisterwurz ist ständiger Fäulnisgefahr durch Schmelzwasser ausgesetzt und entwickelt deswegen verschiedene antibakterielle, ätherische Öle und das macht sie für uns zum stärksten heimischen Antibiotikum. Der wilde Thymian hilft bei Erkältungen der Atemwege, wirkt schleimlösend und stärkt ganz allgemein, besonders aber bei immer wiederkehrender Müdigkeit.

Spitzwegerich ist eine beliebte Erste-Hilfe-Maßnahme für Wanderer, so Dr. Thuile, beispielsweise zur Wundheilung und auch zur Linderung von Insektenstichen. Die Silberwurz liefert wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium und kann gut zur Steigerung der Ausdauer genutzt werden.

Der Alpenschnittlauch unterscheidet sich vom Schnittlauch in unserem Garten erst einmal durch sein besonders intensives Aroma. Er überzeugt aber auch durch eine hohe immunstärkende Wirkung und gehört für den bekannten Naturmediziner auch zu den am stärksten blutreinigenden Mitteln aus der Natur.



In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.