G’sundes Südtirol im August: Obst im Glas

Marillen, Kirschen, Himbeeren, die ersten Apfelsorten: jetzt reift so viel gesundes Obst ab, dass es eine Freude ist, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Es ist ein großes Glück wie viel Obst wir erntefrisch aus unserem Land – 
vielleicht sogar aus dem eigenen Garten, der eigenen Obstwiese – holen und direkt genießen oder weiterverarbeiten können. Gerade die heimischen Obstsorten liefern uns viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und vor allem auch Antioxidantien, die unser Herz-Kreislauf-System schützen, unser Immunsystem anregen und das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen senken können. 

Anzumerken ist natürlich schon auch, dass nicht jede Obstsorte von allen gleich gut vertragen wird. Beeren beispielsweise liegen uns allgemein recht gut, Steinobst hingegen macht öfter Probleme, kann zu Kreuzallergien führen und damit auch zu heftigen Reaktionen wie Jucken in Hals und Gaumen, ähnlich wie bei einer echten Allergie. Wer auf Fruchtzucker empfindlich reagiert bekommt davon Bauchschmerzen und -Krämpfe, Blähungen, Völlegefühl, typisch ist auch lautes Magengrummeln, eine vermehrte Gasbildung und bei vielen auch Durchfall. So eine Unverträglichkeit sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn in der Folge können dadurch schwerwiegendere Symptome auftreten, wie eine ständige Müdigkeit und Erschöpfung, eine allgemeine Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und auch depressive Verstimmungen, weil dadurch weniger Tryptophan aufgenommen wird, es kann auch zu einem Mangel an Folsäure und Zink kommen. 

Bei Obst im Glas denken wir sofort an Marmeladen, dazu gehören aber auch frische Smoothies, alle Arten von Fruchtsäften und -Nektaren, Gelees, Kompotte, Apfelmus und Konserven. Jedes dieser Produkte wird anders hergestellt, hat einen unterschiedlichen Fruchtanteil, auch Zuckergehalt und unterscheidet sich daher auch im Wert für unsere Gesundheit.

Prinzipiell ist erntefrisches Obst am wertvollsten, so der bekannte Ernährungsmediziner, gleich dahinter kommt das tiefgekühlte, das direkt nach der Ernte schockgefroren wird, denn dabei bleiben die meisten Vitamine erhalten. Smoothies werden aus der ganzen Frucht hergestellt, wodurch sowohl die Ballaststoffe als auch Vitamine und Pflanzenwirkstoffe erhalten bleiben, im Unterschied zu den meisten frischgepressten Säften, bei denen die Ballaststoffe ziemlich verlorengehen. Pasteurisierte Fruchtsäfte oder auch Konzentrate büßen die meisten Vitamine ein, Mineralstoffe bleiben zwar erhalten, aber generell ist die Wärmebehandlung natürlich ein Nachteil. Bei Obst im Glas tut sich ungesüßtes Apfelmus als besonders gesund hervor, auch wenn durch das Erhitzen ein paar Vitamine verloren gehen. Bei Marmeladen kommt es auch darauf an, wie stark sie erhitzt werden und wie viel Zucker reinkommt. 


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.