G’sundes Südtirol im April: Vergessene Organe
Der menschliche Körper ist absolut faszinierend und auch immer noch für Überraschungen gut, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Die meisten sind sich der lebenswichtigen Aufgaben von Herz, Lunge, Gehirn und Magen bewusst, aber in unserem Körper arbeiten - still und leise - auch zum Teil völlig unbekannte oder in Vergessenheit geratene Organe. Die Thymusdrüse oder beispielsweise auch unsere Nebenschilddrüsen und die Nebennieren wurden bis vor wenigen Jahren sogar noch von der Medizin komplett vernachlässigt, zum Teil sogar für nutzlos gehalten, heute wissen wir es besser.
Und dann gibt es auch noch Organe, die zwar bekannt, aber lange falsch eingeordnet worden sind, so der bekannte Vorsorgemediziner, wie die gerade mal reiskorngroße Zirbeldrüse in unserem Gehirn. Diese galt lange als der Sitz der Seele, was natürlich nicht ihre Hauptaufgabe sein kann. Inzwischen hat man herausgefunden, dass sie das wichtige Schlafhormon Melatonin produziert, unseren Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und auch für die so genannte „innere“ Uhr verantwortlich ist.
Die Thymusdrüse sitzt direkt hinter dem Brustbein und funktioniert wie eine Art Trainer für unser Immunsystem. Sie baut dieses ab der Kindheit stetig auf und zieht sich zurück, sobald das Lernziel erreicht ist. Das wirklich faszinierende an diesem vergessenen Organ ist also, dass es sich mit dem Älterwerden, nach getaner Arbeit, nach und nach selbst abschafft.
Die vier Nebenschilddrüsen hinter der Schilddrüse sind ebenfalls winzig klein und kaum bekannt, aber ebenfalls von immenser Bedeutung für unseren Körper. Man muss sich vorstellen, dass ohne sie unsere Muskeln verkrampfen, unser Herz ständig stolpern und die Knochen porös würden.
Die Nebennieren sind zwei Minikappen auf unseren Nieren, die auch erst beachtet werden, wenn etwas damit nicht mehr stimmt. Sie sind aber wohl das Schlüsselorgan für unsere gesamte Hormonproduktion, denn von ihnen werden Adrenalin und Kortisol gebildet und unsere Stressreaktion, der Blutdruck und der Salzhaushalt gesteuert.
Von den Faszien haben viele im Fitnessstudio gehört, hier werden gerne so genannte Faszienrollen (im Bild) benutzt. Faszien wurden lange einfach als eine Art Verpackung für unsere Muskeln angesehen. Mittlerweile gelten sie sogar als selbstständiges Sinnesorgan, mit Augen oder Nase gleichzusetzen, denn sie beeinflussen Körperhaltung, unsere Schmerzempfindung und möglicherweise sogar auch unsere Gefühlswelt.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.