G’sundes Südtirol: Die Blue Zone in Japan

Nirgends auf der Welt gibt es so viele weibliche Hundertjährige als auf dieser japanischen Inselgruppe Okinawa, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Von der Bevölkerungsdichte her gesehen ist Okinawa die größte Blue Zone der Welt. Auf dieser südlich gelegenen japanischen Inselgruppe leben über 1,4 Millionen Menschen, wobei man dazu sagen muss, dass sich die Blue Zone nicht auf die ganze Präfektur erstreckt.

In Japan ist die Lebenserwartung allgemein hoch, am höchsten ist sie aber auf Okinawa und besonders auffallend ist, dass hier 90% der über Hundertjährigen Frauen sind. Im Norden befindet sich auch eines der legendären „Dörfer der Hundertjährigen“, mit überdurchschnittlich vielen rüstigen Hochbetagten.

Einer der Gründe für diese außergewöhnliche Langlebigkeit ist das besonderes engmaschige soziale Netz auf Okinawa sein, das gibt den Menschen viel Sicherheit. Man gehört zu festen Gruppen, die sich ein Leben lang gegenseitig unterstützen und füreinander da sind und zwar emotional, genauso wie auch finanziell.

Eine weitere wichtige Säule dieser Blue Zone ist der Lebenssinn, so Dr. Thuile, jeder Einwohner hat morgens einen guten Grund um aufzustehen. Man erfüllt bis ins hohe Alter wichtige Aufgaben, Großeltern kümmern sich um den Garten, auch um die Enkel und Urenkel. Einige beherrschen noch ein traditionelles Handwerk, mit dem sie etwas Geld verdienen und das sie an die nächsten Generationen weitergeben können. Für Rente oder Ruhestand gibt es auf Okinawa nicht einmal ein Wort.

Und wie immer tragen auch die Ernährungsgewohnheiten zu einem langen, gesunden Leben bei. Viele haben einen kleinen Garten in dem sie vor allen Heilpflanzen anbauen. Die Gelbwurz, die Kurkuma, fehlt dabei nie, denn sie wirkt stark entzündungshemmend, fördert die Konzentration und die Merkfähigkeit und nützt auch der Verdauung. Man ernährt sich zu 90% pflanzlich, eines der Hauptnahrungsmittel ist die lila Süßkartoffel, die unter anderem voller sekundärer Pflanzenwirkstoffe für das Herzkreislaufsystem steckt. Man isst auf Okinawa auch die Bittermelone, die den Blutzuckerspiegel reguliert und langfristig auch einen Schutz gegen die Zuckerkrankheit darstellt und auch verschiedene Algen, denn sie sind reich an Jod und Mineralstoffen. Sojaprodukte dienen als wichtigste Proteinquellen und enthalten auch pflanzliche Östrogene, also weibliche Hormone, was sicher mitverantwortlich dafür ist, dass die Frauen auf Okinawa, weniger an Krebs erkranken und älter werden als anderswo auf der Welt. Auf dieser Inselgruppe ist die Rate für Brustkrebs, aber auch Prostatakrebs und allgemein für Herzkrankheiten, im Vergleich zu Europa oder den Vereinigten Staaten, verschwindend niedrig.


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.