G’sundes Südtirol: Die Blue Zone auf Sardinien

Ogliastra auf Sardinien zählt zu jenen besonderen Regionen auf der Welt, wo die Menschen, bei bester Gesundheit, überdurchschnittlich alt werden, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

In dieser Region mit knapp 55.000 Einwohnern erreicht einer von 500 das hohe Alter von 100 Jahren, im restlichen Europa ist es einer von 4.000. Und es kommt noch eine Besonderheit dazu: Während weltweit auf einen männlichen Hundertjährigen fünf weibliche kommen, ist das Verhältnis auf Ogliastra praktisch 1 zu 1!

Die Bewohner der kargen Bergregion führen ein einfaches, abgeschiedenes Leben. Sie verfügen aber über spezielles genetisches Erbgut, das zu ihrer besonderen Widerstandsfähigkeit beiträgt, vor allem gegenüber Alterskrankheiten. Und es bleibt hier auch gut erhalten, da die Zuwanderung viel geringer ist, als etwa in den Küstengebieten.

Ein weiterer wichtiger Faktor für ein gesundes, langes Leben ist bekanntlich die regelmäßige Bewegung. Auf Ogliastra bewegt man sich viel und ganz natürlich im Alltag, von Klein auf bis ins hohe Alter. Man ist meist draußen unterwegs und viele legen weite Strecken in gebirgigem Gelände zu Fuß zurück und trainieren somit auch Gleichgewicht und stärken die Muskulatur.

Die soziale Einbindung spielt in allen „Blue Zones“ eine wichtige Rolle und auch in dieser sardischen Region werden ältere Menschen in Familie und Gesellschaft geschätzt und bleiben integriert. Das schützt vor Einsamkeit und geistigem Abbau und es gibt hier auch kaum Menschen, die an Demenz erkranken.

Die Ernährung ist einfach, regional und überwiegend pflanzenbasiert, vieles kommt aus dem eigenen Garten. Hier gibt es auch ein typisches Vollkornbrot, das „Pane Carasau“. Und gerne wird auch Pecorino gegessen, aus der Milch von heimischen Tieren, dieser stellt eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren dar, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Fleisch wird selten gegessen und wenn, dann hauptsächlich von Ziege und Schaf, Fisch spielt in dieser Bergregion kaum eine Rolle. Der hier typische Rotwein, der „Cannonao“, ist bekannt für seinen hohen Gehalt an Antioxidantien, den so genannten Polyphenolen, die vor Entzündungen und Krankheiten schützen.

Und es gibt sogar eine Sardische Langlebigkeits-Minestrone. Sie wird aus verschiedenen Bohnensorten, Kartoffeln, Fenchel, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie hergestellt. Direkt in der Suppe mitgekocht wird auch „Fregola“, eine kleine typische Pasta aus Hartweizengrieß. Und zum Schluss gibt man etwas gutes Olivenöl dazu und streut geriebener Pecorino darüber.


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.