G’sundes Südtirol: Das vergessene Organ Nebenschilddrüse

Viele wissen gar nicht hinter der Schilddrüse auch vier Nebenschilddrüsen zu besitzen, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Die nur linsengroßen Nebenschilddrüsen produzieren ein Hormon namens Parathormon, das dafür sorgt, dass immer genug Kalzium in unserem Blut ist. Damit werden bekanntermaßen unsere Knochen gestärkt, wir brauchen es aber auch dringend für unsere Muskeln und die Nerven. Vitamin D benötigen wir um das Kalzium aus unserer Nahrung, aus dem Darm, in unser Blut aufnehmen zu können, die Regulierung, also dass wir weder zu viel noch zu wenig Kalzium im Blut haben, ist die Kernkompetenz des Parathormons.

Die häufigste Erkrankung ist eine Überfunktion, also dass eine Nebenschilddrüse zu viel Parathormon produziert. Die gute Nachricht dabei ist, dass das aber gut behandelbar ist und die betroffene Drüse ganz einfach durch eine Operation entfernt werden kann. Die verbleibenden drei Drüsen übernehmen dann meist ohne Probleme, auch den Dienst der vierten. Aber nur weil wir auf eine verzichten können, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht trotzdem von größter Wichtigkeit für uns sind.

Zu schmerzhaften Nierensteinen kann es kommen, wenn es das Parathormon nicht schafft, einen Überschuss an Kalzium im Blut zu verhindern und die Konzentration so hoch ist, dass es nicht mehr einfach über die Nieren ausgeschieden werden kann.

Auch die Psyche leidet bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen, so Dr. Thuile, auffallend ist dabei eine allgemeine Antriebslosigkeit, eine sich steigernde Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Und was fast immer begleitend dazu auftritt, sind auch leichte bis mittelschwere depressive Verstimmungen.

Haben wir wegen einer Fehlfunktion der Nebenschilddrüsen zu wenig Kalzium im Blut, schützt sich unser Körper vor den schwerwiegenden Folgen deswegen, indem er sich, was er braucht, aus den Knochen holt. Diese werden dadurch aber natürlich auf Dauer ausgehöhlt und immer schwächer in der Struktur und brechen leichter und wir sprechen von der gefürchteten Osteoporose, eine häufige Erkrankung unserer Zeit.

Tritt eines oder mehrere der genannten Symptome auf oder beispielweise auch unerklärliche Kopfschmerzen, sieht es sich auf jeden Fall besser ein Arzt an. Dieser kann auch einige Blutproben aufschreiben und vor allem auch Kalzium und das Parathormon im Blut bestimmen lassen.


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.