G’sundes Südtirol: Das Bauchgehirn

Kaum etwas beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden mehr, als eine gute Kommunikation zwischen Darm und Gehirn, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Bei wichtigen Entscheidungen vertrauen wir oft auf unser Bauchgefühl, Verliebte haben Schmetterlinge im Bauch und das ist nicht nur so dahergesagt. Hier meldet sich jener Teil unseres Bauchhirns von dem wir noch gar nicht so lange so viel wissen. Von Bauchgehirn sprechen wir deshalb, weil wir es hier mit einem gigantischen Geflecht aus über 100 Millionen Nervenzellen zu tun haben, mehr befinden sich nur in unserem Gehirn.

Natürlich ist dieser Bereich in unserem Körper vorrangig für die Verdauung zuständig, unser Bauchhirn steuert zum Beispiel die Darmbewegungen und damit wie schnell oder langsam wir verdauen, es ist für den Weitertransport der Nahrung verantwortlich und auch dafür, dass genügend Verdauungssäfte produziert und rechtzeitig in den Darm abgegeben werden. Es sorgt auch für eine ausreichende Durchblutung in unserem Darm, nur so können wir die Nährstoffe auch gut ins Blut aufnehmen. Und er ist auch für die Produktion des so genannten Glückshormons Serotonin zuständig und damit ist klar, welchen Einfluss unser Bauch- auf unser zentrales Gehirn im Kopf hat.

Dieses spezielle Nervengeflecht im Bauch bestimmt auch die Kommunikation innerhalb unseres Körpers, Gehirn und Bauchhirn stehen in einem ständigen Austausch. Hier werden rund um die Uhr Informationen hin- und hergeschickt und je besser die Abstimmung dieser beiden zentralen Organe in unserem Körper ist, umso besser für Gesundheit und Wohlbefinden. Oft wird dieser direkte und wechselseitige Kommunikationsweg auch als Darm-Hirn-Achse bezeichnet.

Ein gutes Beispiel für diese Verbindung ist die Prüfungsangst, darunter leiden viele Schüler wieder und bekommen einen trockenen Mund und müssen öfter auf Toilette. Diese „Gefahr“ wird vom Gehirn an den Darm gemeldet und dieser löst verschiedene Reaktionen in unserem Körper aus. Umgekehrt schickt der Darm nach einer üppigen Mahlzeit an unser Gehirn die Meldung, dass sich jetzt alles auf die Verdauung konzentrieren muss und dieses reagiert mit der typischen Müdigkeit nach dem Essen.

Auch eine gesunde Darmflora spielt eine wichtige Rolle für unser Bauchgehirn, ist sie gestört, können wir alle möglichen Krankheitsbilder entwickeln. Daher nützt eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen und Faserstoffen aus reichlich Gemüse und Obst beiden. Genauso wie die regelmäßige Bewegung, ausreichend Erholungsphasen und ein gesunder Schlaf.

Auch beim Darm gilt es ein Gleichgewicht zwischen dem aktiven, dem Sympathikus und dem beruhigenden, dem Vagusnerv, herzustellen. Haben wir zu viel Stress und schütten auch dementsprechend viel Adrenalin aus, leidet unser Darm extrem darunter, oft mit der Folge eines Reizdarms, eine der häufigsten Darmkrankheiten unserer Zeit.


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.