G’sundes Südtirol: Bewegung als Herbstmedizin
Es gibt gerade viele gute Gründe, um es sich daheim so richtig gemütlich zu machen. Noch mehr spricht allerdings dafür, sich warm anzuziehen und sich in der Natur zu bewegen, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Das beste und günstigste Rezept für einen gesunden Herbst ist die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, denn dadurch trainieren wir unser Abwehrsystem ganz hervorragend, um gegen die vielen Viren und Bakterien vorzugehen, die wieder überall unterwegs sind. Keine Heilpflanze und kein Medikament sind dazu besser in der Lage. Und es gilt langsam anzufangen, um auch wirklich dranzubleiben.
Gelingt es jetzt regelmäßig das Sofa gegen den Waldweg einzutauschen und uns draußen auch etwas zu bewegen, nehmen wir dadurch auch mehr Licht auf und produzieren mehr Serotonin, mehr Glückshormone und das bringt einfach auch viel für die allgemeine Stimmung. Und wir sind belastbarer, können besser mit Stress umgehen und vermeiden die klassischen Herbstdurchhänger. Dadurch wird auch unser Gehirn gefordert und bleibt aktiv und wir können uns besser konzentrieren und uns Dinge besser merken.
Indem wir uns bewegen, wird auch der Transport unserer Abwehrzellen durch den ganzen Körper verbessert und diese sind dadurch auch wachsamer und können energischer gegen krankmachende Viren und Bakterien vorgehen. Die gute Nachricht dabei ist, dass es für all diese Vorteile gar keinen Marathon braucht, eigentlich nicht einmal ein Fitnessstudio, es reicht schon, wenn wir drei- besser vielmal die Woche flott Spazierengehen, mindestens für eine Dauer von 45 bis 60 Minuten.
An frischen Herbsttagen heißt es sich für Bewegung im Freien natürlich entsprechend anzuziehen und sich dabei auch nicht zu überanstrengen. Einatmen sollten wir über die Nase, denn Atemluft, die durch den offenen Mund kommt, wird nicht genug aufgewärmt und wir trocknen aus und Viren kommen leichter durch. Der größte Fehler, den wir jetzt beim Sport im Freien machen können, ist es aber zu wenig zu trinken, weil wir weniger Durst verspüren als im Sommer.
Nach flotten Herbstspaziergängen geht es am besten direkt nach Hause, warm duschen. Wenn wir zum Abschluss Arme und Beine kühler abduschen, regen wir unsere Durchblutung extra an und dann spricht auch nichts mehr dagegen, es sich mit einer kuscheligen Decke am Sofa bequem zu machen.
Zwingend notwendig ist es nicht, sich bei jedem Wind und Wetter draußen zu bewegen, aber wer gesund ist, unterstützt damit sein Immunsystem extra. Wenn es Tage gibt, wo man lieber zu Hause trainieret, am Laufband oder am Hometrainer oder mit einfachen Turn- und Dehnungsübungen stärkt auch das die Muskulatur. Hauptsache wir bleiben das ganze Jahr dran, allgemein als Gesundheitsvorsorge und beispielsweise auch um uns vor Verletzungen durch Stürze zu schützen.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.