G’sundes Südtirol: Arnika, Bachkresse, Taubnessel, alpines Leinkraut
Mit ihren strahlend gelben Blüten (im Bild) macht Arnika nicht nur optisch, sondern auch an wertvollen Inhaltstoffen richtig was her, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Arnikablüten enthalten den ziemlich beeindruckenden Wirkstoff Helenalin, der eine ähnliche Wirkung wie Ibuprofen hat. Er ist also entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend, darf aber auf keinen Fall geschluckt oder auf offene Wunden aufgetragen werden. Arnika wird für Einreibungen verwendet, wirkt besonders gut bei oberflächlichen Schmerzen an den äußeren Gelenksstrukturen oder auch der Muskulatur. Etwa bei einem Muskelkater helfen auch die enthaltenen sekundären Pflanzenwirkstoffe, wie durchblutungsfördernde Flavonoide.
Bachkresse (auch Brunnenkresse) finden wir entlang von Bergrinnsalen, je höher, umso intensiver die Wirkstoffe. Geschmacklich bringt sie eine schöne Schärfe mit, aus medizinsicher Sicht ist sie wegen der enthaltenen Bitterstoffe besonders wertvoll für Leber, Galle und die Bauchspeicheldrüse, den gesamten Magen-Darm-Trakt und fördert insgesamt die Verdauung. Bachkresse bringt auch erstaunlich viele Vitamine mit, vor allem Vitamin C und Vitamin K, auch viel Kalzium, mehr noch als die Milch und auch Eisen, darin hängt sie sogar den Spinat ab. Und sie enthält auch einen schwefelhaltigen Pflanzenwirkstoff, deren Schärfe einen guten, natürlichen Schutz vor Bakterien bietet, ein zusätzlicher Nutzen für die Abwehr. Neueste Studien legen nahe, dass Brunnenkresse auch einen hemmenden Einfluss auf Krebszellen hat.
Taubnessel ist reich an Iridoiden, Flavonoiden, Gerbstoffen, Schleimstoffen und ätherischen Ölen und gehört seit jeher zu den herausragenden Heilpflanzen im Bereich der Frauenheilkunde, wirkt zyklusregulierend und lindert Menstruationsbeschwerden. Ein Tee daraus ist entzündungshemmend und besonders gut bei Erkrankungen der Rachenschleimhäute und im Mund einzusetzen, ist auch ein Top-Tipp bei Aphthen. Außerdem unterstützt sie die Nierenfunktion und hilft bei leichten Harnwegsinfekten. Indem wir frische Blätter etwas zerquetschen, bis Flüssigkeit austritt und auf eine offene Wunde auflegen, erreichen wir eine desinfizierende und schnell heilende Wirkung.
Die Inhaltstoffe von alpinem Leinkraut sind besonders wertvoll für Leber und Galle, sie sind ideal, um die Leber zu entgiften und den Gallenfluss und den Fettabbau in der Leber zu fördern. Als Tee getrunken, wirkt es entzündungshemmend und seine Wirkstoffe können auch unsere Nerven schützen.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.