Into the Woods

 

Das Broadway-Musical "Into to the Woods" ist seit 30 Jahren einer der großen internationalen Theatererfolge. Für eine Verfilmung kam als Regisseur eigentlich nur Rob Marshall in Frage, der mit dem Musical "Chicago" vor zwölf Jahren sechs Oscars gewann. Die Kinoversion von "Into The Wood" wartet mit großer Starbesetzung auf: Meryl Streep, Chris Pine und Johnny Depp.

Ganz schön was los im Unterholz. Rotkäppchen, eingedeckt mit frischem Backwerk, will zur Oma. Jack muss die einzige Kuh der Familie verkaufen, weil seine Mutter Geld braucht. Irgendwo in der Nähe sehnt sich Rapunzel aus ihrem Turm heraus nach ihrem Liebhaber, eifersüchtig bewacht von der Hexe. Aschenputtel wird ebenfalls bald den Pfad durch den dunklen Wald einschlagen, um gegen den Willen der bösen Stiefmutter am Fest des Prinzen teilzunehmen. Und ein Bäckerspaar verkauft sich ihres Kinderwunsches wegen der Hexe.

Im Märchen geht alles gut aus, das weiß jedes Kind. Die böse Hexe bekommt die Dinge, die sie verlangte, und erhält einstige Jugend zurück: Meryl Streep ist wieder schön wie bei der Oscar-Verleihung. Aschenputtel heiratet und winkt dem Volk zu, in dem die Figuren aus dem Wald zu erkennen sind. Die Bäckersleut begrüßen ihr ersehntes Baby. Rapunzel tröstet ihren zwischenzeitlich bestraften Prinzen... Nach anderthalb Stunden könnte also alles vorbei und wohlgeordnet sein.

Doch der Film hat Lust auf mehr: Die Verhältnisse verwirren sich erneut, eine zornige Riesin stampft in den Märchenwald hinein. Die Handlung schlägt von Romantik in Action um. Die ganze Wünscherei und Zauberei blieb also nicht ohne Folgen. Aschenputtels Prinz küsst eine andere. Der Junge mit der Bohnenranke gerät in Gefahr.

Alles poltert von Neuem los und der Wald gerät effektvoll ins Wanken – allerdings auf Kosten des erzählerischen Charmes. Doch bleiben die berückend schönen Bilder vom Wurzel- und Ast-verschlungenen Wald mit irrem Lichteinfall, bleibt der Eindruck fantastischer Kostüme und einer dramatisch erzählenden Musik, bleibt ein großer Kinozauber.