G’sundes Südtirol: Zubereitung von Wurzeltees

Damit Wurzeltees ihre ganze Heilwirkung entfalten können, ist es notwendig sie etwas aufwendiger zuzubereiten, wie andere Tees, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Ingwer hat eine stark wärmende Wirkung und wird deswegen gerade im Winter gerne als Tee getrunken. Er wirkt aber auch ganz hervorragend bei Übelkeit (ist auch ein anerkanntes Arzneimittel gegen die Reisekrankheit) und hilft bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden, unter anderem auch, wenn wir zu viel und zu üppig gegessen haben, was in der Adventszeit ja vorkommen soll. Geschätzt wird die Ingwerwurzel auch wegen ihrer Wirksamkeit bei Erkältungskrankheiten, sie regt das Immunsystem an, kommt wegen der enthaltenen Scharfstoffe gut gegen Bakterien an, enthält viele Mineralien und Vitamine und kann auch dazu beitragen, dass man sich insgesamt frischer fühlt. Dabei spielt die Zubereitungsart eine entscheidende Rolle: übergießt man die Ingwerscheiben mit heißem Wasser und lässt das Ganze 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor man es trinkt, spricht man von einem Ingweraufguss, mit dem man aber höchstens eine Wohlfühlwirkung erzielt. Wer aber eine medizinische Wirkung erreichen möchte, gibt die Wurzel bereits mit ins kalte Wasser, kocht dieses auf, lässt das Ganze noch für mindestens 10 weitere Minuten kochen, seiht die Wurzel dann am besten ab und hat einen ausgesprochen wirkungsvollen Tee. Je länger der Ingwer im Teeglas bleibt, umso schärfer wird das Getränk.

Baldrian ist bekannt für seine beruhigende Wirkung und ein Tee daraus kann gut bei Nervosität, Magenkrämpfen und Schlafstörungen helfen. Entgegen der allgemeinen Meinung, macht er aber nicht müde und kann deswegen auch jederzeit untertags in stressigen Phasen getrunken werden, auch in der Früh schon, etwa von Schülern die unter Prüfungsangst leiden. Um seine Wirkstoffe herauszulösen, setzt man einen Baldriantee als Kaltauszug an, das heißt man übergießt zwei bis drei Teelöffel Baldrianwurzel mit kaltem Wasser, lässt es rund 12 Stunden (über Nacht) stehen, nimmt dann die Wurzeln heraus und trinkt den Heiltee kalt oder erwärmt ihn.

Die Eibischwurzel ist wohl das beste, natürliche Mittel um jetzt in der Heizungszeit den Hals zu befeuchten und einen Husten zu verhindern, aber auch um Husten und insbesondere einen trockenen Reizhusten zu behandeln. Auch diese wertvolle Wurzel bereitet man am besten als Kaltauszug zu, wie den Baldrian (siehe oben).

Und noch einmal der wichtige Hinweis: (Wurzel-)Heiltees sollten nicht länger als über einen Zeitraum von drei Wochen getrunken werden.

„Zubereitung von Wurzeltees“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).