G’sundes Südtirol: Nahrungsmittel bei Gicht

Gicht ist die häufigste Gelenkserkrankung, die durch falsche Ernährung ausgelöst wird, erklärt Dr. Christian Thuile.

Oft wird Gicht als Wohlstandskrankheit bezeichnet, da eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel dabei ganz entscheidende Faktoren sind. Bei dieser Stoffwechselstörung werden Harnsäurekristalle im Gewebe abgelagert, was dazu führen kann, dass sich Gelenke extrem entzünden und das kann so höllische Schmerzen verursachen, dass die betroffenen Gelenke keine Berührung mehr ertragen. Die so genannten Gichtknoten können sich nicht nur in den Gelenken, sondern auch in Sehnen, Muskeln und selbst in der Haut bilden.

Abgelagerte Harnsäure beginnt bei jeder Bewegung zu reiben, wie groben Sand zwischen den Zehen, beschreibt Thuile, was zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion führt: das Gelenk schwillt an, wird rot und so empfindlich, dass selbst ein Bettlaken darauf nicht mehr auszuhalten ist. Am häufigsten betroffen ist zwar die große Zehe, aber Gicht kann im Grunde jedes Gelenk im Körper treffen, auch mehrere gleichzeitig, was für Betroffene oft bedeutet, dass sie sich vor Schmerzen kaum mehr rühren können.

Viel Harnsäure wird in unserem Körper durch Alkohol produziert, also Hände weg davon, vor allem bei einem Gichtschub, warnt Thuile, je weniger Fleisch und auch Fisch, desto geringer die Belastung. Innereien wie Leber, Herz und Niere sollten in einer kritischen Phase absolut tabu sein, genauso wie alles Fette und Panierte. Zucker, Fruchtzucker und Weißmehlprodukte erhöhen die Bereitschaft auf eine entzündliche Reaktion und auch Spargel ist absolut nichts für Betroffene, genauso wie Spinat, Mais, die meisten Hülsenfrüchte, getrocknete Pilzen und achten Sie auch darauf nicht zu viele Kürbis- und Sonnenblumenkerne zu sich zu nehmen. Allgemein gilt es Geschmacksverstärker wie Glutamat zu vermeiden, die vor allem in Fertiggerichten und Saucen und Suppenwürze enthalten sind.

Wer an Gicht leidet tut gut daran immer ausreichend zu trinken, zumindest 2 Liter am Tag, damit die Niere gut durchgespült werden kann. Milchprodukte senken das Gichtrisiko, Kaffee senkt den Harnsäurespiegel und regt die Niere an entsprechend auszuscheiden.

Und noch 2 wichtige Tipps: Damit unser Körper nicht mit zu vielen Purinen belastet wird (das sind die Grundstoffe, die zur Harnsäure führen), sollte die Portionsgröße der Mahlzeiten eher klein gehalten sein. Bewegen Sie sich regelmäßig, auch Bewegung senkt das Gichtrisiko ganz entscheidend!

„Die richtigen Nahrungsmittel bei Gicht“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).