G’sundes Südtirol: Kohlenhydrate einsparen

Auf Kohlenhydrate zu achten ist ein absolut sinnvoller Ansatz, wenn man abnehmen möchte, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile, bestimmte Lebensmittelgruppen strikt zu trennen ist auf Dauer schwierig.

Durch die angesagte Low Carb-Diät (die eigentlich mehr eine Ernährungsumstellung darstellt) sorgt man dafür, dass der Insulinspiegel möglichst niedrig bleibt. Insulin ist jenes Hormon, das in unserem Körper den Zucker verarbeitet und damit auch die Kohlenhydrate und steigt dieser Spiegel zu schnell an, beispielsweise nach einer Zucker- und Kohlenhydratreichen Mahlzeit, bekommen wir bald wieder Hunger. Kohlenhydrate zu reduzieren ist also auf jeden Fall gutzuheißen und den Rest durch vollwertige zu ersetzen (also z.B. bei Nudeln und Brot zur Vollkornvariante zu greifen), weil diese länger satt machen. Wer weniger Kohlenhydrate zu sich nimmt, weicht automatisch auf mehr Gemüse aus, reduziert damit die Kalorienzufuhr und wird besser und länger satt und diese Ernährungsumstellung ist auch recht unkompliziert im Alltag umzusetzen. Komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten ist langfristig zum Scheitern verurteilt, das ist nicht zu schaffen. Wie bei der Atkins-Diät, benannt nach seinem Erfinder Dr. Robert Atkins, denn diese stellt im Prinzip eine Steigerung der Low Carb-Diät dar, wobei Kohlenhydrate so gut wie komplett gestrichen und durch Eiweiße und möglichst gesunde Fette ersetzt werden sollen. Gesundheitliche Risiken können dadurch vor allem auftreten, wenn Nieren oder Leber nicht einwandfrei funktionieren.

Bei der Trennkost werden Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette nach bestimmten, oft auch etwas aufwendigen Regeln, strikt getrennt voneinander gegessen. So kann es zu Mittag Kohlenhydrate in Form von Nudeln oder Reis mit Gemüse geben und am Abend ein eiweißhaltiges Gericht wir Fleisch oder Fisch mit Gemüse. Der Vorteil ist, dass man sich dabei intensiv mit seiner Ernährung beschäftigt, ein neues Ernährungsbewusstsein entwickeln kann und durch nicht erlaubte Kombinationen auch Kalorien reduziert. Rein das Trennen der genannten Inhaltstoffe bringt nichts fürs Abnehmen und durch die vielen Einschränkungen geht auf Dauer leider oft die Motivation zum Dranbleiben flöten.

Zur so genannte Blutgruppen-Diät hat sein amerikanischer Erfinder zwar weltweit über 7 Mio. Bücher verkauft, Dr. Thuile hält aber wenig von der Annahme, dass unsere Blutgruppe auch die körpereigene Chemie bestimmen und damit eine unterschiedliche Verbrennung in unserem Körper zur Folge hat, was je nach Blutgruppe einen eigenen Diätplan erforderlich machen soll. Wer Blutgruppe 0 hat, soll beispielsweise ganz auf Weizen, Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte verzichten, empfohlen werden hingegen reichlich tierische Eiweiße wie im roten Fleisch und Fisch vorhanden und auch Obst und Gemüse. Die Blutgruppe A soll sich hingegen auf Getreide und Gemüse konzentrieren. Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Sinnhaftigkeit gibt es nicht und gewisse Rezepte sind wegen der exotischen Zutaten schwer hinzubekommen oder sehr zeitaufwendig in der Zubereitung und diese vorgegebene, teils einseitige Ernährung, kann zu schweren Mängeln führen.

„Kohlenhydrate einsparen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).