G’sundes Südtirol: Kinder haben oft Fieber

Das Immunsystem von Kindern muss erst lernen, sich gegen verschiedene Krankheitserreger zur Wehr zu setzen und Fieber ist eine der besten Abwehrmöglichkeiten, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Die häufigste Ursache für Fieber bei Kindern sind Viruserkrankungen. Schutzimpfungen bewahren die Kleinen vor dem Gröbsten, trotzdem sind sie viel öfter krank als Erwachsene, weil sich ihr Abwehrsystem erst noch formen und aufstellen muss. Wenn wir Erwachsenen mit einem Erkältungsvirus in Kontakt kommen, ist unser Abwehrsystem meist schon dafür gerüstet, das eines Kindes muss dafür erst noch ausgebildet werden. Eine der wichtigsten, natürlichen Abwehrmaßnahmen, die auch schon ein Kinderkörper aufbieten kann ist: Fieber.

Neben den klassischen Kinder- und Erkältungskrankheiten können auch viele andere Ursachen hinter Fieber stecken und Dr. Thuile nennt beispielsweise das Zahnen oder auch das harmlose so genannte 3-Tages-Fieber und häufig auch Infektionen der oberen Atemwege wie Mittelohrentzündungen, Mandelentzündungen, eine Entzündung der Harnwege, genauso wie Magen-Darm-Infekte, auch Gelenksentzündungen und sogar rheumatisches Fieber kennen wir bei Kindern, bis hin zum Fieber bei einer Blinddarmentzündung oder noch viel schlimmer eine Hirnhautentzündung, die oft auch nur durch sehr starkes Fieber auffällt.

Ein Fieberkrampf ist für Eltern meist ein Schock. Rund 5% aller Kinder sind zumindest einmal im Alter zwischen 3 Monaten und 5 Jahren davon betroffen. Dabei muss das Fieber gar nicht hoch ansteigen, oft kommt es schon bei einem Temperaturanstieg von nur einem halben Grad zu dieser Entladung der Nervenverbände im Gehirn. Und das schaut wirklich dramatisch aus: das Kind verdreht die Augen, atmet für kurze Zeit nicht mehr, bekommt blaue Lippen, ist nicht mehr ansprechbar, Arme, Beine und auch das Gesicht können zucken und wieder erschlaffen, es wird oft sogar nahezu bewusstlos und bekommt dadurch selbst glücklicherweise gar nichts mehr mit. Ein Fieberkrampf dauert von wenigen Sekunden bis höchstens 3 Minuten, hört normalerweise wieder von alleine auf und ist in der Regel ungefährlich und es bleibt auch nichts zurück.

Auch wenn es in dieser Situation schwer fällt, heißt es bei einem Fieberkrampf die Ruhe zu bewahren, das Kind weich zu lagern, wenn möglich in eine stabile Seitenlage zu bringen. Im Zweifel ist der Notarzt zu rufen, auf jeden Fall aber der Kinderarzt zu informieren, auch damit man gewappnet ist, sollte es ein weiteres mal vorkommen, was aber eher nicht zu befürchten ist. Und am besten verabreicht man dem Kind das dazu neigt bei Fieber ein fiebersenkendes Zäpfchen und macht ihm handwarme Wadenwickel, damit kann man die Körpertemperatur um 1-2 Grad senken.

„Kinder haben oft Fieber“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).