G’sundes Südtirol: Heilwirkung von Kräutertees

Kräutertees sorgen für eine entspannte Atmosphäre und können auch Heilwirkung entwickeln, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Gerade bei Husten und Erkältungskrankheiten ist Tee besonders gut geeignet, einerseits wegen der wichtigen Flüssigkeitszufuhr und andererseits wegen der hervorragenden Wirkung von bestimmten Kräutern. Thymian wirkt wunderbar hustenstillend. Fenchel (dem die meisten eher Hilfe bei Magen-Darm-Problemen zuschreiben) sorgt dafür, dass die Atemwege wieder frei werden. Holunderblüten sind seit jeher bei uns dafür bekannt, dass sie den Hustenreiz stillen, schleimlösend wirken und sie geben dem Tee auch noch eine geschmacklich angenehme Note. Lindenblüten können eine leicht fiebersenkende Wirkung haben, helfen Erreger auszuschwitzen und das Immunsystem zu stärken. Salbei lindert ebenfalls den Hustenreiz und wirkt schleimlösend.

Man kann die Kräuter einzeln einsetzen, am besten lässt man sich aber in der Apotheke eine Mischung zusammenstellen. Für 1 Tasse Tee braucht es 2 bis 3 Teelöffel davon, mit heißem Wasser übergossen sollten die Kräuter zwischen 5 und 8 Minuten ziehen, nicht länger, da der Salbei ansonsten seine Bitterstoffe freisetzt. Etwas Honig würde hier gut hineinpassen, da dieser ebenfalls hustenstillend wirkt. Der Tee sollte allerdings immer etwas abgekühlt sein, bevor man Honig hineingibt. Zwischen 3 und 5 Tassen am Tag sollte man davon schon trinken, aber nicht länger als 3 Wochen lang.

Eine besondere Empfehlung für die oft etwas hektische Adventszeit ist der Lavendeltee. Die schöne lilablühende Pflanze wirkt sehr gut bei innerer Unruhe und bei Schlafproblemen und sollte deshalb auch bevorzugt am Abend getrunken werden. 3 Teelöffel Lavendelblüten lässt man dafür pro Tasse mindestens 10 Minuten lang in heißem Wasser ziehen. Die entspannende Wirkung von Lavendel auf unser Nervenkostüm ist übrigens auch durch klinische Studien nachgewiesen.

Wer es beim Weihnachtsessen übertrieben hat, kann ebenfalls durch bestimmte Tees für eine verbesserte und erleichterte Verdauung sorgen. Entkrampfend wirken Pfefferminze und Kamille und gegen das Völlegefühl hilft am besten ein bitterer Tee aus Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Enzian, Anis und Kümmel“.

Wer seine Heilkräuter selbst zu Hause anbauen und verarbeiten möchte, sollte sich damit schon etwas auskennen. Das beginnt schon beim Aussuchen der Pflanzen, der Pflege und geht über den richtigen Zeitpunkt der Ernte, bis hin zur Verarbeitung und der Aufbewahrung. Traditionell bieten Apotheken auch viele Heilkräuter für Tees und auch schon Teemischungen an, man findet sie aber auch in Reformhäusern und Bioläden.

„Heilwirkung von Kräutertees“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).