G’sundes Südtirol: Fieber durch Stress

Auch seelische Belastungen, wie Beziehungsstress oder großer Druck bei der Arbeit, kann der Grund für Fieber sein, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Dass übertriebener Stress auch Fieber auslösen kann, ist wieder einmal ein Beweis dafür, wie eng Körper und Seele miteinander verknüpft sind und eigentlich eins sind. Wenn Fieber seelische Ursachen hat, übersteigt es aber kaum 38°C, kann allerdings über mehrere Tage oder auch über einen längeren Zeitraum anhalten. Gerade wer sehr unter Druck steht, nimmt auch dieses leichte Fieber stärker wahr, weil man eh schon abgeschlagen, antriebslos und lustlos ist. Man kann zusätzlich auch noch leichten Schüttelfrost entwickeln, also alle Anzeichen von höherem Fieber entwickeln, wie bei einer Infektionskrankheit. Schläfrigkeit ist ein ganz typisches Zeichen, so als würde der Körper endlich Ruhe einfordern. Eine der wichtigsten Besonderheiten dieser Form des Fiebers ist die Wirkungslosigkeit von ansonsten so wertvollen Wadenwickeln und Betroffene reagieren auch kaum auf die klassischen fiebersenkenden Medikamente.

Teils ist schon in der Kindheit eine Tendenz zu Fieber bei emotionalem Stress erkennbar. Bei Erwachsenen sind oft Konflikte in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz der Auslöser dafür, die unausgesprochen bleiben oder nicht lösbar erscheinen und das Gefühl der Hilflosigkeit vermitteln, so Dr. Thuile, es trifft meist Menschen, die alles in sich hineinfressen und nicht gut mit seelischen Belastungen umgehen, geschweige denn sich jemandem mitteilen können. Betroffen sind eher Frauen, allen voran sehr schlanke Frauen, die meist auch noch andere Symptome dazu entwickeln, wie Herzklopfen, Bauchschmerzen und beispielsweise auch Hitzewallungen.

Meist kommt man erst nach mehrmaligem Auftreten von Fieber ohne konkrete körperliche Ursache im Ausschlussverfahren auf das psychische oder das Stressfieber. Früher haben es Ärzte auch als das vegetative Fieber bezeichnet, das Aufregungsfieber. Betroffene erleben dieses Fieber als wirklich belastend, der Leidensdruck ist oft groß und der Alltag dadurch sehr beeinträchtigt. Die Therapie ist auf den jeweiligen Fall zugeschnitten. Es wird versucht den psychischen Hintergrund zu durchleuchten, oft bedarf es auch der Unterstützung eines Spezialisten, eines Psychotherapeuten, um dieses Verhaltensmuster zu verändern.

Die beste Medizin bei Stressfieber sind nicht Medikamente oder Hausmittel, die sonst bei Fieber zur Verfügung stehen, sondern Bettruhe, Ausschlafen, Entspannen, vielleicht auch 1-2 Tage zu Hause bleiben, dann beruhigt sich das Seelenleben oft wieder und man kommt wieder zurecht, vor allem bei akutem Stressfieber, das nur selten auftritt.

„Fieber durch Stress“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).