G’sundes Südtirol: Fieber bedeutet Bettruhe

Gerade wo die Grippewelle auf uns zurollt, sollten wir auf die Alarmsignale unseres Körpers hören. Eine übergangene „echte“ Grippe (Influenza) kann sogar tödlich enden, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Ein grippaler Infekt ist auf keinen Fall mit einer Grippe zu vergleichen. Wer zwischen Spätherbst und Jahresanfang krank wird, hat es normalerweise mit einer harmlosen Erkältungskrankheit zu tun. Das mag zwar lästig sein und neben der allgemeinen Abgeschlagenheit, tritt oft auch leichtes Fieber und Husten auf, aber nach rund einer Woche ist man durch. Bei einer Grippe hingegen wird unser Körper massiv von Viren angegriffen, die das gesamte Immunsystem kurzfristig lahm legen. Da uns die große Grippewelle jetzt bevorsteht, ist hohes Fieber als wichtiges Alarmsignal zu werten. Eine verschleppte Grippe kann lebensbedrohliche Folgen haben, wie eine schwere Bronchitis oder eine Lungenentzündung, vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen, aber auch für jeden anderen, ist eine „echte“ Grippe eine echte Herausforderung.

Der beste Schutz vor einer Grippe und auch vor einem grippalen Infekt ist ein starkes Immunsystem und dafür empfiehlt Dr. Thuile: Ausreichend Bewegung vor allem auch an der frischen Luft und das bei jedem Wetter, regelmäßig Ausdauersport und eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Auch das Kneippen, also die abwechselnde Anwendung von Warm- und Kaltwasser stärkt unser Immunsystem, genauso wie Sauna und Dampfbäder, Entspannungsübungen und auch in der Apotheke findet sich einiges dafür, auch aus der Naturheilkunde, wie die Ingwer- und die Ginsengwurzel.

Gerade wenn überall die Heizungen laufen ist es auch wichtig immer ausreichend zu trinken, denn trockene Schleimhäute sind viel angreifbarer. 1,5 bis 2 Liter stilles Wasser oder Kräutertee (gerne mit Honig gesüßt) wären empfehlenswert und unter den Tees vor allem der rote Sonnenhut (Echinacea). Wer bereits kränkelt oder krank ist, dem ist Thymian- oder Salbei- oder auch Ingwertee zu empfehlen. Wenn sich erste Erkältungsanzeichen bemerkbar machen sind Holunderblüte und Lindenblüte die Tees der ersten Wahl, da sie bei Heiserkeit und Husten helfen und schweißtreibend wirken und damit auch helfen Giftstoffe auszuscheiden, bei Halsschmerzen hilft das Gugeln mit Kamillen- oder Salbeitee. Ein altbewährtes und inzwischen auch durch verschiedene Studien als höchstwirksam belegtes Hausmittel ist Zwiebelsirup: Sie würfeln dafür eine Zwiebel, bestreuen sie mit Zucker und warten, bis sich nach rund 1 Stunde der Sirup gebildet hat, den Sie dann einfach einnehmen.

Bei einer Erkältungskrankheit und noch mehr bei der Grippe lautet die Devise: Schonung und Bettruhe! Wer noch geschwächt schon wieder das Haus verlässt, riskiert seinen bereits angeschlagenen Körper neuen Reizen auszusetzen, die er dann nicht mehr so ohne weiteres bewältigen kann. Ausreichend zu trinken ist wichtig und das Abstellen von jeglichem Stress, ein heißes Bad mit ätherischen Ölen (Eukalyptus) trägt zur Entspannung bei und befreit die Atemwege.

„Fieber bedeutet Bettruhe“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).