G’sundes Südtirol: Die richtige Atmung

Nicht nur WAS, sondern auch WIE wir atmen ist entscheidend für unsere Lebensenergie, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Über das Atmen denken wir meist nicht groß nach, das geht normalerweise von alleine, aber viele atmen unvollständig und verkrampft, viel zu schnell und zu oberflächlich. Richtig wäre es, wenn die Atemluft ohne Anstrengung und bis tief in Bauch und Becken gelangen könnte. Ob das bei uns selbst der Fall ist, lässt sich ganz einfach testen, indem wir die Hände auf den Bauch (über den Nabel) legen und beobachten, ob sie sich beim Einatmen auch heben, ansonsten atmen wir nur über den Brustkorb ein und aus und das reicht einfach nicht. Wenn der Atem schön durch den ganzen Körper strömt, ist das sogar eine der besten Methoden um seelische und auch körperliche Verspannungen zu lösen.

Unser wichtigster Atemmuskel ist das Zwerchfell, der an der Innenseite des Brustkorbes liegt und Brust- und Bauchraum voneinander trennt und wenn dieser sich nicht richtig ausdehnen und zusammenziehen kann, kommt es zu Verkrampfungen. Viele Schmerzen in diesem Bereich, die bis hinauf in den Rücken ausstrahlen können, haben häufig damit zu tun und könnten allein durch richtiges Atmen gelöst werden.

Der ideale persönliche Atemrhythmus bedeutet auch weniger Anstrengung: wenn wir tief einatmen, holen wir 7 bis 10-mal Luft in der Minute, bei einer oberflächlichen Atmung hingegen 15 bis 20-mal und das kann natürlich eher dazu führen, dass unsere Atemmuskeln verkrampfen und wir es mit Verspannungen zu tun bekommen. Gut wäre es in etwa doppelt so lange und aktiv aus- wie einzuatmen, denn dabei findet die eigentliche Entspannung statt.

Die Atemtherapie gewinnt immer mehr an Bedeutung, Asthmatiker beispielsweise müssen sogar bestimmte Atemtechniken trainieren, so Dr. Thuile, aber auch ganz allgemein bei chronischen Erkrankungen wie der Bronchitis, bei Verdauungsstörungen, Herzkreislauferkrankungen und gerade auch bei Depressionen und Ängsten. Wer trainiert hat seine Atmung aktiv zu beeinflussen, kann bestimmte Situationen oft selbstständig überwinden, sich dadurch herunterholen und wieder erden. Nicht umsonst spielt auch bei so bekannten Meditations- und Bewegungsformen wie Yoga und Qigong die Atmung eine zentrale Rolle.

Atemübung 1: Konzentrieren Sie sich darauf ein paar mal langsam durch die Nase ein- und auch wieder auszuatmen, denken Sie dabei an ein zweisilbiges Wort (Ru-he wäre vielleicht naheliegend) und achten Sie darauf, dass der Atmen tief in den Bauchraum hineinfließt.

Atemübung 2: Hauchen Sie für einen tiefen und ruhigen Atemrhythmus langsam in die Handfläche, so als wollten Sie sie anwärmen, atmen über die Nase wieder ein und wiederholen diese Übung ein paar mal, bis die Hand ganz warm geworden ist.

„Die richtige Atmung“ in der Gesundheitspraxis„G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).