Grabpflege im Herbst

Traditionell werden in diesem Tagen die Gräber mit Blumengestecken und Herbstpflanzen geschmückt. Bei der Pflanzenauswahl steht – neben der Schönheit – auch die Symbolik der Pflanzen eine große Rolle.

  • Immergrün (Vinca) und Stiefmütterchen etwa stehen für die liebevolle Erinnerung.
  • Buchs und Stechpalme (Ilex) drücken die Hoffnung auf ewiges Leben aus.
  • Rosen und Myrtenzweige (Myrtus communis) symbolisieren die immerwährende Liebe über den Tod hinaus.
  • Immergrüne Pflanzen wie Wacholder, Eibe oder Efeu (Efeu steht für die Dreifaltigkeit, aufgrund der dreieckigen Blätter, die das Efeu besitzt) stehen für das ewige Leben. Wie das Wort schon sagt – „immer“grün soll heißen - nichts ist vergänglich. Man denkt an die Toten, die in unserem Herzen und unserer Erinnerung stets präsent sind.

Die Herbstbepflanzung

Gehölze und Blattschmuckpflanzen geben Gräbern eine Struktur:
Berberitze, Wacholder, Plattenmoos oder kleinere Nadelgehölze können dem Grab einen Rahmen geben und Akzente setzen.

Dazu passen Pflanzen mit auffälligen Blättern: Heuchera (Purpurglöcken), Silberblätter, niedrigwachsende Ziergräser und die Sedum (Fetthenne)-Arten. In der Mitte oder in kleinen Gruppen können auch hier die Klassiker Veilchen und Stiefmütterchen zum Einsatz kommen. Heidegewächse werden oftmals zusammen mit Silberblatt in Schalen gepflanzt. Besonders zu Allerheiligen schmücken diese Schalen und Gestecke die Gräber. Dekorativ sind Kombinationen aus Erica, Silberblatt (Senecio cineraria) und Stacheldrahtpflanze (Calocephalus brownii). Zweige, Hagebutten und Ilex läuten farblich und symbolisch die Vorweihnachtszeit ein. Noch mehr Farbe bringen Stiefmütterchen, Alpenveilchen und Hornveilchen auf das herbstliche Grab.

Unser Expertentipp:
Da die Pflanzen in dieser Jahreszeit nur wenig an Größe zulegen und damit die neue Grabbepflanzung von Beginn an schön aussieht, sollten Sie diese gleich etwas dichter setzen. Mit unterschiedlichen Blatt- und Blütenpflanzen sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Gestaltung, welche die Farbe des Herbstlaubs aufnimmt und die farbenfrohe Jahreszeit widerspiegelt.

Trends:

  • Gestecke in Herzform oder Kränze, deren Kreisform für den Kreislauf des ewigen Lebens stehen. Traditionell werden die Gestecke aus Tannenzweige, Moos und Wacholder gefertigt.
  • Farbe darf auf den Friedhof. Immer häufiger sind kräftiges Gelb, Rot oder Lila bei farblich harmonisch aufeinander abgestimmten Gestecken zu sehen.
  • Schon mit zwei bis drei Pflanzenarten in verschiedenen Farbtönen wird ein klarer Rhythmus geschaffen. Eine Wiederholung von kleinen Mustern, etwa an den Enden des Grabes schmeichelt ebenso dem Auge wie eine Bepflanzung in Form eines kleinen Hügels, der zu den Rändern hin mit Bodendeckern ausläuft.
  • Kreisförmige oder diagonale Bepflanzungen schaffen neue kleine Pflanzräume und strukturieren das Grab ebenfalls.

Expertentipp:
Die Herbstpflanzen sind robust und zeigen dem Herbst die kalte Schulter. Sie halten die kalten Temperaturen problemlos aus. Nach dem Setzen der Pflanzen fällt so gut wie keine Pflegearbeit mehr an. Die Gründe: In den Herbst- und Wintermonaten regnet es meist ausreichend, sodass ein zusätzliches Wässern nicht nötig ist. Wachsen die Pflanzen zu dieser Zeit jedoch nur noch ganz wenig, dann bedeutet das: Nicht düngen! Eine Düngung wäre in diesem Fall überflüssig und könnte den Pflanzen sogar schaden.

Andreas Modery, 26.10.2017