Gartentipps: Frühlingsfitness für Garten- und Balkonpflanzen

Wer in diesen Tagen aufmerksam durch Parks und Gärten spaziert, kann die ersten Frühlingsboten schon entdecken:  Einige Bäume und Sträucher tragen schon frische Triebansätze.

Wer sich jetzt um Schnitt, Pflege und Pflanzung kümmert, dessen Grün wird sich im Sommer von seiner besten Seite zeigen.

Gehölze schneiden
Zu den ersten Gartenarbeiten des Jahres gehört der Frühjahrsschnitt von Bäumen und Sträuchern. Wichtig ist jedoch, Frühjahrsblüher wie Forsythien (Forsythia), Magnolien (Magnolia) oder Obstbäume nicht jetzt, sondern erst nach der Blüte zu schneiden. Sommerblühern, wie Weigelie (Weigelia), Sommerflieder (Buddleja) oder Hortensie (Hydrangea), tut der Schnitt im Frühjahr hingegen gut, da er das Wachstum anregt.

Hinzu kommt, dass bei den meisten Gehölzen Jungtriebe mehr Blüten ausbilden als alte Zweige. Der Schnitt wirkt also wie eine verjüngende Schönheitskur. Er verhilft Bäumen und Sträuchern zu einem gleichmäßigen Wuchs und regelmäßiger Blüte.

Großzügig auslichten
Ein häufiger Fehler ist, zu zaghaft auszulichten. Dabei ist die Sorge, der Pflanze durch einen starken Rückschnitt zu schaden, unberechtigt. Ideal ist das frühe Frühjahr. Dann haben die Pflanzen vor dem Austrieb noch ausreichend Zeit, die Wunde zu schließen. Größere Schnittwunden sollten aber mit einem Wundverschlussmittel aus dem Fachhandel bestrichen werden.

Unser Gartenexperte Andreas Modery empfiehlt, Gehölze zunächst von beschädigten, kranken und abgestorbenen Triebe zu befreien. Auch Äste und Zweige, die überkreuz oder zu dicht wachsen, und alles, was insgesamt die Wuchsform beeinträchtigt, sollte entfernt werden.

Im zweiten Schritt könne man mit ein wenig Erfahrung gut erkennen, welche Äste noch abgeschnitten oder gekürzt werden müssen, so der Profi-Tipp.

Neu gepflanzt
Der Frühling ist auch eine klassische Zeit für die Neupflanzung. Schließlich steht noch der gesamte Jahreszyklus bevor: Wer jetzt pflanzt, frischt seinen Garten rechtzeitig auf, um ihn im Frühling, Sommer, Herbst und Winter in neuem Glanz genießen zu können.

Ob ein frühblühender Ranunkelstrauch (Kerria) oder ein sommerliches Rosenbeet (Rosa), ob eine immergrüne Hecke aus Zwergliguster (Ligustrum vulgare 'Lodense') oder ein Amberbaum (Liquidambar) mit intensiver Herbstfärbung - die Baumschulen und Gartencenter bieten ein breites Sortiment und beraten, welche Pflanzen für den Garten geeignet sind. Außerdem erfährt man hier, wie einzelne Gehölze gepflanzt, geschnitten und gepflegt werden.

Generell ist bei der Pflanzung im Frühling großzügiges Angießen zu empfehlen. Eine Extra-Portion Wasser tut den neuen Pflanzen zum bevorstehenden Austrieb sehr gut.

Was ist auf dem Gemüsebeet angesagt?
Boden: Bitte nur kämmen! Ob Gemüsebeet oder Blumenbeet – bei der Vorbereitung für die Saat oder Pflanzung, sollte  das Erdreich nicht tiefgründig bearbeitet werden!

Nach dem Winter besitzt der Boden sogenannnte „Frostgare“, Erdklumpen, die von alleine auseinanderfallen. Deshalb wird jetzt die obere Bodenschicht nur gelockert und eingeebnet.

Was kann jetzt schon ausgesät werden?
Folgende Pflanzenarten können schon im März ausgesät werden:

  • Erbsen
  • Dicke Bohnen
  • Weißkohl
  • Zwiebeln
  • Schnitt- und Pflücksalat
  • Spinat
  • Karotten
  • Radieschen
  • Rettich
  • Petersilie
  • Schwarzwurzeln.

Außerdem darf jetzt das Pflanzen des Frühkartoffeln nicht vergessen  werden.

Wie wecke ich meine überwinterten Balkonpflanzen auf?
Geranien: Aus alt mach jung! Wer Geranien ( Pelargonien) überwintert hat, sollte die Triebe jetzt auf etwa 3 cm lange Stummel zurück schneiden. Aus den schlafenden Augen entwickeln sich unter günstigen Bedingungen bald ein neue Austriebe. Frische Erde und ein temperierter, sehr heller Standort sind hierfür sehr wichtig.

Kübelpflanzen aufwecken und fit für die Saison machen.
Jetzt ist es auch an der Zeit, die Kübelpflanzen aus ihrem Winterquartier hervorzuholen. Zumindest tagsüber dürfen sie bereits raus auf den Balkon oder die Terrasse. Nachts jedoch sollten sie entweder wieder zurück ins Haus geholt bzw. mit einem Vlies abgedeckt werden, damit sie nicht erfrieren. Nach den Eisheiligen darf der Topfgarten endgültig nach draußen.

Übrigens: Nun ist auch der geeignete Zeitpunkt zum Umtopfen.
Der neue Topf sollte aber nicht zu groß sein, eine Nummer größer genügt in der Regel. Sehr große Exemplare müssen nicht jedes Jahr in frisches Substrat gesetzt werden, hier genügt es, die obersten Erdschichten auszutauschen. Um den Neuaustrieb der überwinternden Balkon- und Kübelpflanzen zu fördern, werden diese jetzt auch kräftig (etwa auf ein Drittel) zurückgeschnitten.  
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Welche Arbeiten stehen im Blumenbeet an?
Stauden: Aus eins  mach zwei! Ende März, sobald die Böden wieder offen sind,  können ältere Blütenstauden ausgegraben, aufgeteilt und wieder gepflanzt werden.

Das gilt vor allem für sommer- und herbstblühende Gattungen und Arten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass kleinere Teilstücke vom Rand der alten Pflanze wesentlich wuchsfreudiger sind als die viele Jahre alten Pflanzenteile aus der Mitte.  

Frühjahrskur am Gartenteich – was ist zu tun?
Zupfen Sie alle abgestorbenen, erreichbaren Pflanzenteile ab. Mit dem Kescher werden die Blätter herausgefischt, die durch den Wind im Laufe des Winters ins Wasser geweht wurden.

Auch die Sumpfzone wird von welken Blättern und anderem toten Pflanzmaterial befreit. Die Ziergräser und Stauden am Uferrand erhalten einen Facon-Schnitt.