Gartentipps: Der Garten im Quadrat

Der Quadratgarten ist eine tolle Erfindung. Vor allem für alle die einen kleinen oder gar keinen Garten haben und deshalb ihr Gemüse auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen wollen.

„Square Foot Gardening“, also „Gärtnern im Quadrat“ wurde von dem US-Amerikaner Mel Bartholomew vor über 50 Jahren erfunden. Der Garten ist ein quadratischer Kasten, der etwa 20 Zentimeter hoch und in gleich große Felder eingeteilt ist. In jedem Feld wächst eine andere Gemüseart. Der Vorteil:

  • Wenn wir Gemüse in Reihen anbauen, wird häufig zu viel gesät oder gepflanzt.
  • In jedem normalen Beet ist zwischen den Pflanzen viel freie Erde vorhanden., das bedeutet viel Platz für´s Unkraut .

Die verringerten Reihen- und die Pflanzabstände in dem quadratischen Beet lassen dies erst gar nicht zu! Das Beet ist also knapp einen Meter mal einen Meter groß, unterteilt in neun Quadrate. Das bringt einen weiteren Vorteil: Wir kommt von allen Seiten bequem an die Pflanzen – beim Gießen, Pflegen und natürlich beim Ernten!

Die Größe ist entscheidend
Ein Kasten mit einer Kantenlänge von einem Meter und 30 mal 30 Zentimeter großen Beeten ist bekanntlich für Pflanzen wie beispielsweise Zucchini eindeutig zu klein. Deshalb empfehlen wir eine Kantenlänge von 120 Zentimetern. So hat der Hobbygärtner entweder ein Raster zum Unterteilen in 30 mal 30 Zentimeter oder 40 mal 40 Zentimeter große Pflanzeinheiten. In dem kleineren Raster kann man vor allem Kräuter, Blattsalate oder Radieschen optimal anbauen. Das größere Raster ist ideal für Arten mit einer längeren Kulturdauer wie Tomaten, Paprika und Zucchini.

Ein weiterer Vorteil des Gärtnern im Quadrats ist die Tatsache, dass der Hobbygärtner nicht in Versuchung kommt, zu viel auszusäen. Die Mengen, die man aufzieht, reichen für eine gängige Haushaltsgröße vollkommen aus. Hinzu kommt, dass man eine bunte Mischkultur hat, verknüpft mit dem Vorteil der Topfkultur, unabhängig von der Qualität des Bodens gärtnern zu können.

Und so geht's
Zum Bau verwendet der Hobbygärtner am besten Leimholzbretter. Der Kasten wird auf die Erde im Garten oder auf eine gepflasterte Fläche gestellt. Ist der Untergrund etwa betoniert, ist es ratsam, einen Holzboden am Kasten zu haben. Durch Löcher kann das Wasser ablaufen. Die Höhe der Einfassung kann dann bis zu 30 Zentimeter hoch sein, damit das Gemüse ausreichend Raum für seine Wurzeln hat. Für Kräuter und Salate reichen 20 Zentimeter Kastenhöhe aus. (Anleitung im PDF-Format)

Papierbeete oder das Gemüsemanagement
Ein Gemüsejahr will vorbereitet sein. Damit die vorhandene Balkonkästen, Hochbeete oder Kübel möglichst intensiv genutzt werden kann, wird ein Anbauplan erstellt. Dazu zeichnen wir die einzelnen Gemüsebeete auf ein Blatt Papier. Hinzukommen: Himmelsrichtung, die vorherrschende Windrichtung.

Zudem markieren wir die Bereiche, die den ganzen Tag Sonne haben, welche den halben Tag Sonne haben und welche den ganzen Tag keine Sonne haben. Auch große schon vorhandene Bäume und Sträucher  sowie die Wasserquelle zeichnen wir ein. So erkennen sie schnell, wo es Sinn macht Gemüse oder Obst anzubauen. (Welches Gemüse Sie wo anbauen können finden Sie hier)

In jedes dieser "Papierbeete" tragen Sie die vorgesehene Vor-, Haupt- und Nachkultur bzw. die Zwischenkulturen ein. Außerdem sollten Sie auf jedem Beet den Bedarf an Pflanzen bzw. Samen, die Pflanz- und Saatweite und die voraussichtliche Kulturdauer vermerken. Dieser Spickzettel erleichtert später die Arbeit.

Resumeé: Auf Nordseiten-Balkone kann man das Gemüsegärtnern fast vergessen. Ost-Ausrichtungen und untere Etagen sind eine Herausforderung.Vierter Stock und sonnenverwöhnte Südwestseite also auch beim Gärtnern das Nonplusultra.

Achtung beim Anbau von verwandten Gemüsepflanzen.
Der wiederholte Anbau artverwandter Pflanzen (z.B. Blumenkohl, Rettich, Radieschen, Grünkohl) führt in der Folge zu schlechten Ernteergebnissen, da der Boden durch die "einseitig- familiäre Belastung" ausgelaugt und müde geworden ist. Zum Ernteverlust ist ein deutlich verstärkter Befall von Pilzen, Viren und Schädlingen zu beklagen. Abhilfe schafft nur der sogenannte Fruchtwechsel innerhalb einer Gartensaison .

TIPP: Pflanzen Sie Brennnesseln:
Lassen Sie unbedingt in irgendeiner Ecke ein paar Brennnesseln wachsen. Diese sind nicht nur unbedingt notwendig für die Herstellung von Brennnesseljauche, sondern dienen gleichzeitig als Nahrungsquelle für viele Schmetterlingsraupen wie beispielsweise dem Tagpfauenauge und dem kleinen Fuchs. Lassen sie einen Steinhaufen entstehen oder verwenden sie Trockenmauern als Gestaltungsmittel. Beides bietet viele Unterschlupfmöglichkeiten für nützliche Tiere.

Weiterführende Lektüre zum "Gärtnern im Quadrat" finden Sie z.B.: auf Amazon.de.