Gartentipps: Der allergiefreie Garten

Jetzt wo es draußen langsam wärmer wird und alles anfängt zu grünen und zu blühen, fällt auch endlich der lang ersehnte Startschuss für die Gartensaison. Ein Beet umgraben, Verblühtes abzupfen, Rasen mähen und nach getaner Arbeit den Garten so richtig genießen. Gemütlich im Garten zu sitzen, für Allergiker ist das alles andere als ein Genuss und Gartenarbeit wird für sie regelrecht zur Tortur. 

Das muss nicht sein, wenn man weiß, worauf man beim Garteln und bei der Pflanzenauswahl achten muss. Einen völlig allergiefreien Garten gibt es zwar nicht, aber einen, in dem die Allergie auslösenden Faktoren so reduziert sind, dass sich auch Pollenallergiker darin wohl fühlen.

Was ist bei der Gartenarbeit zu beachten?Vor der Gartenarbeit sollten Allergiker auf jeden Fall die aktuelle Pollenvorhersage konsultieren und an einem Tag mit starkem Pollenflug die Arbeit lieber ruhen lassen. Meist ist der Aufenthalt im Freien nach starkem Regenfall oder an windstillen, trüben und bedeckten Tagen angenehmer, denn dann sind nicht nur viele Blüten geschlossen, der Pollen wird auch nicht so leicht vom Wind davongetragen. 

Übrigens: auch an sonnigen Tagen ist die Pollendichte (in Bodennähe) um die Mittagszeit herum gering, allerdings nur dann, wenn kein Wind weht. Ein Tipp für alle Frühaufsteher oder solche, die es werden wollen: in der Stadt ist die Pollenkonzentration morgens zwischen 6 und 8 Uhr am niedrigsten – eine günstige Gelegenheit also, um im Garten Hand an zu legen. 

Zur Gartenarbeit empfiehlt es sich, Kleidung zu tragen, an welcher der Blütenpollen nicht so leicht hängen bleibt (also keine Wolle); Kontaktallergiker sollten immer Gartenhandschuhe verwenden. 

Und noch ein Tipp: Ziehen Sie sich nach der Gartenarbeit unbedingt um und waschen Sie sich die Haare. 

Es gibt einige Arbeiten im Garten, die für einen Allergiker jedoch recht  schwer zu ertragen sind, weil hierbei besonders viele Pollen aufgewirbelt werden. Dazu gehören Rasenmähen, Heckenschneiden und Beete hacken. Wenn möglich, sollte der Allergie geplagte Gartler diese Tätigkeiten delegieren. 

Ansonsten gilt: Rasenmähen nur an feuchten Tagen, wenn das Mähen gerade noch möglich ist. Beete so wenig wie möglich umgraben oder hacken und Hecken oder Bäume am besten im Winter (November, Dezember) schneiden. Übrigens: Allergiker sollten lieber darauf verzichten, einen Blumenstrauß aus dem eigenen Garten zusammenzustellen.   

Allergikerfreundliche Gartengestaltung – wie sieht das aus?
Hecken müssen zwar geschnitten werden, sie eignen sich aber auch hervorragend als „Schutzschild“ gegen Pollen aus dem Nachbarsgarten. Eine Alternative hierzu ist z.B. ein berankter Holzzaun. 

Für schlimme Allergiker empfiehlt es sich, auf Rasenflächen zu verzichten und ihren Garten stattdessen mit Kiesflächen bzw. -wegen, Stein- oder anderen dekorativen Bodenplatten und geschickten Beet-Arrangements (z.B. Steingarten) sowie Kübelpflanzen gestalten. 

Idealerweise sollte für die Sitzecke im Garten ein möglichst windstilles Plätzchen gewählt werden, um sich vor etwaigen „Pollenangriffen“ aus den umliegenden Gärten zu schützen. Auf einen Komposthaufen sollten Allergiker nach Möglichkeit verzichten, denn hier tummeln sich allerhand Pilzsporen. Wer den wertvollen Blumendünger „Marke Eigenbau“ nicht missen möchte, der sollte auf jeden Fall einen geschlossenen Komposter aus Plastik wählen.    

Auf welche Pflanzen sollten Allergiker lieber verzichten?
Allergiker müssen keineswegs auf Gehölze oder bunte Blumenbeete im Garten verzichten – sie müssen nur die richtigen Sorten wählen. D.h. Pflanzen die sich vom Wind bestäuben lassen, sind tabu (denn eine einzige Blüte kann bis zu 2,5 Millionen Pollenkörnchen produzieren). 

Blüten, die durch Insekten bestäubt werden, wirken in der Regel weniger stark Allergie auslösend (doch auch hier gibt es Unterschiede, gehen doch manche Sorten trotzdem recht verschwenderisch mit ihrem Pollen um). Zu den Insekten bestäubten, für den Allergiker dennoch ungeeigneten Pflanzen, zählen Obstbäume, Ginster, Goldregen, Sonnenblume etc. Also, Augen auf beim Pflanzenkauf! Grundsätzlich gilt: Pflanzen, deren Pollen ausschließlich durch den Wind verbreitet werden, haben es nicht nötig, durch opulente Blüten oder betörenden Nektargeruch Insekten anzulocken. D.h. „Windblumen“ haben in der Regel viele kleine, eher unscheinbare Blüten, aber auch alle Bäume und Sträucher mit „Kätzchen“, Nüssen oder Zapfen sind windblütig. 

Welche Pflanzen eignen sich für den allergiefreien Garten?
Geeignet sind hingegen Insekten bestäubte Blumen mit großen, duftenden (sofern der Gartler nicht gegen die ätherischen Öle allergisch ist), geschlossenen (z.B. Löwenmäulchen oder Lippenblütler wie Lavendel oder Salbei) sowie gefüllten Blüten. Auch Pflanzen, deren Blüten durch Nachtfalter bestäubt werden und sich dementsprechend erst abends öffnen (Nachtkerzengewächse wie z.B. Fuchsien) oder solche mit versteckten Staubblättern (wie z.B. Vergissmeinnicht, Nelken oder Primeln) können im allergiefreien Garten gepflanzt werden. Das gilt auch für so genannte „zweihäusige“ Pflanzen (z.B. Sanddorn oder Wacholder) – das sind Pflanzen, die entweder weibliche oder männliche Blüten tragen (hier sollte der Allergiker zu den weiblichen Pflanzen greifen, da diese keine Pollen ausbilden). 

Welche Pflanzen eignen sich für den allergiefreien Garten?
Rotdorn oder Rotbuche eignen sich als Heckenpflanzung (und nur dann!), da sie nicht blühen, wenn sie regelmäßig geschnitten werden. Gefüllte Ball-Hortensien verschönern als Kübelpflanzen auch kleine Gärten, während die Kletterhortensie Gartenzäune oder Pergolen berankt. Bäumchen wie der weibliche Wacholder oder die Blut-Johannisbeere eignen sich gleichfalls für den allergiefreien Garten, ebenso wie natürlich Rosen (je gefüllter und weniger duftend, desto geringer ist das Allergierisiko).

Stauden und Sommerblumen: dekorative und pflegeleichte Blumen für Beete oder Balkonkästen sind neben dem Löwenmäulchen auch die Glockenblume, gefüllte Dahlien (aber nur Strahlendahlien) oder Narzissen (für die beiden letzteren gilt: bei der Arbeit vorsichtshalber Handschuhe tragen). Eine Zierde – auch für das Allergiker-Auge – sind auch Rittersporn (am besten halb gefüllt), Tränendes Herz und Traubenhyazinthe (bei beiden Handschuhe!), gefüllte Pfingstrosen, Kissen-Primeln oder die Lampionblume. 

Und auch auf Kräuter muss ein Allergiker nicht zwangsläufig verzichten (es sei denn, er reagiert hypersensibel auf ätherische Öle): Neben Lavendel und Rosmarin eignen sich auch Salbei und Thymian gut für den allergiefreien Garten.