Cyber-Mobbing – Schikane im Internet

Die neuen Turnschuhe sind zu rosa, die Zahnspange hässlich oder das Smartphone alt und somit out. Dumme Gründe für Mobbing gibt es viele und die tägliche Schikane findet überall statt, wo Jugendliche miteinander kommunizieren – immer öfter auch im Internet.

Unter Cyber-Mobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen und Bloßstellen anderer mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten. Es findet im Internet, in erster Linie in Sozialen Netzwerken und via Instant-Messaging-Anwendungen (z.B.: WhatsApp) statt. Diese Plattformen sind das moderne Äquivalent zum Schulhof - omnipräsent und zeitlich uneingeschränkt.

Umso wichtiger ist es, Präventionsarbeit zu betreiben um dem entgegenzuwirken. Und das wird in Südtirol aktiv getan, bestätigt Francesco Campisi, Mitarbeiter der Post- und Kommunikationspolizei: „Wir betreiben eine große Aufklärungskampagne. Unsere Mitarbeiter gehen in die Grund-, Mittel- und Oberschulen und vermitteln den Jugendlichen - sei es in italienischer als auch in deutscher Muttersprache - wie man in diesen Fällen richtig reagiert.“ Denn wie im richtigen Leben gibt es auch im Netz Regeln zu respektieren und Strafen zu befürchten – nicht nur für die Initiierter von Mobbing, sondern auch für alle Mitwissenden.

Für die Opfer ist die virtuelle Schikane fatal, sagt Michael Rainer von „Young & Direct“: „Wenn man von einem Einzelnen in der Klasse gemobbt wird, dann kriegt das nur die Klasse mit. Wenn es hingegen im virtuellen Raum passiert, gibt es meist ein größeres Publikum. Demnach sind auch die Folgen für Betroffene meist problematischer.“

Plattformen für Cyber-Mobbing gibt es mittlerweile praktisch wie Sand am Meer. Mittlerweile hat beispielsweise schon jede Klassengemeinschaft einen Klassenchat. Das ist sozusagen Standard. „Und da gibt es einen offiziellen und einen inoffiziellen Chat, bei dem einzelne Personen ausgeschlossen sind und wo sich Klassenmitglieder über die Ausgegrenzten auslassen“, beschreibt Michael Rainer die Situation.

Fakt ist: Mobbing ist - egal ob in der realen oder der virtuellen Welt - schlicht und einfach Psychoterror. Und im Netz ist die Hemmschwelle erwiesenermaßen nochmal niedriger. Oft gehen Beleidigungen unter die Gürtellinie. Es scheint beinahe so, als ob sich Menschen im Internet anonymer fühlen, selbst wenn sie mit ihrem echten Namen agieren. Nur durch genügend Aufklärung und das Vermitteln von Empathie kann diesem Phänomen ein Riegel vorgeschoben werden.

Wer sich in einer solchen Situation wiederfindet und als (Cyber-)Mobbing-Opfer empfindet, kann hier Unterstützung finden.