Cinderella

 

Das Märchen-Fieber in Hollywood hält an: Mit "Cinderella" kommt nun ein weiterer Klassiker als opulente Realverfilmung auf die Leinwand. Der Brite Kenneth Branagh ist nicht nur als Schauspieler bekannt, er machte sich auch mit seinen exzellenten Shakespeare-Verfilmungen wie "Viel Lärm um Nichts" und "Hamlet" als Regisseur einen Namen. Nun wendet sich Branagh wieder einem klassischen Stoff zu - dieses Mal allerdings einem Märchen.

 Die junge, in guten Verhältnissen aufgewachsene Ella verliert früh ihre Mutter. Als Ellas Vater ebenfalls stirbt, zeigt die neue Stiefmutter ihr wahres Gesicht. Fortan lebt Ella als Dienstmädchen im eigenen Haus und wird Cinderella (zu Deutsch: Aschenputtel) genannt. Abwechslung verspricht eine königliche Balleinladung, die an alle unverheirateten Damen gerichtet ist, als Brautschau des Prinzen. Ella möchte am Fest teilnehmen, ihre Stiefmutter verbietet es harsch.

Wies weitergeht wissen wir, aber wie ist es in Szene gesetzt? Optisch hat sich Kenneth Branagh deutlich an dem Animationsfilm von Walt Disney aus dem Jahr 1950 orientiert. Es glitzert und funkelt, dass es eine Lust ist. Der Clou des Films jedoch ist seine Doppelbödigkeit. Kinder können sich ganz naiv dem Zauber der Erzählung hingeben, Erwachsene haben dazu ihren Spaß an zahlreichen satirischen Momenten, die kraftvoll ein allein auf finanziellen Erfolg ausgerichtetes Leben anprangern.

Kenneth Branagh, der nicht mitspielt, sondern sich ganz aufs Regieführen konzentriert hat, ist ein geradezu grandioses Kinomärchen gelungen. Der Film begeistert so enorm, weil er nicht im Übermaß auf modernste Tricktechnik setzt, sondern auf die Schönheit schlichter Menschlichkeit. Und das mit seltener Eleganz von großem Schauwert. So wird das alte Märchen tatsächlich zum Vergnügen für die ganze Familie.