CHAPPIE

Roboter, künstliche Intelligenz und Maschinen, die ein Bewusstsein entwickeln, werden als Filmthema vermutlich nie ausgedient haben. Keinen Regisseur allerdings scheint dieser Themenkomplex so sehr zu beschäftigen wie Neill Blomkamp, der sich nach „District 9“ und „Elysium“ nun in „Chappie“ damit noch intensiver auseinandersetzt als bisher.


In der nahen Zukunft werden Verbrechen mit Hilfe von Polizei-Robotern bekämpft, die kompromisslos gegen die Bevölkerung vorgehen. Doch die Menschen beginnen allmählich, sich zu wehren. Als einer der Polizei-Droiden, Chappie, gestohlen und neu programmiert wird, wird er der erste Roboter, der die Fähigkeit hat, eigenständig zu denken und zu fühlen.

In den Augen der mächtigen Elite stellt dieser Roboter eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und die gesamte Menschheit dar. Und so wird mit allen Mitteln versucht, sicher zu stellen, dass Chappie der Letzte seiner Art ist.

Chappie, ist ein bisweilen fast irrwitziges Potpourri an Ideen. Der Film ist mal Parabel auf den Überwachungsstaat und die zusehende Unfreiheit des Menschen, mal Gangsterfilm und Actionkracher. Er ist ebenso sehr die über nur wenige Tage erstreckende Entwicklungsgeschichte einer Maschine wie rührende Ersatzfamilien-Komödie und findet nebenbei auch noch Platz für quasi-philosophische Gedanken zu Bewusstsein, Seele und Tod.

Nicht jeder dieser Aspekte funktioniert gleichermaßen gut, und vor allem das Finale droht nach zahllosen Genre- und Stimmungsbrüchen zur Zerstörungsorgie zu verkommen. Doch unterhaltsam ist Chappie ohne Frage durchgehend. Und vor allem ungewöhnlich, überraschend und gute Kinokost allemal.