„Südtirol hilft“ heuer zum neunten Mal

Til Schweiger bei der Premierenfeier in Bozen die Hand schütteln und in seinem Hamburger „Tatort“ eine Komparsenrolle spielen, mit Landeshauptmann Arno Kompatscher den Ball kicken, mit Skilegende Armin Assinger den Hang hinunterbrettern und dabei noch Gutes tun?

Das alles und noch viel mehr erwartet die vielen Spenderinnen und Spender, welche heuer die Hilfsaktion „Südtirol hilft“ in der Vorweihnachtszeit unterstützen. Zu dieser haben sich vor acht Jahren die Radiosender Südtirol 1 und Radio Tirol sowie Caritas, Bäuerlicher Notstandsfond und Südtiroler Krebshilfe zusammengetan, um in der Vorweihnachtszeit gemeinsam und nicht in Konkurrenz zueinander Gutes für Menschen in Not zu tun. 838 bedürftige Familien und Einzelpersonen haben auf diese Weise seit 2006 Hilfe erfahren.

Im Jahr 2006 haben sich Caritas, Bäuerlicher Notstandsfond, Südtiroler Krebshilfe, Südtirol 1 und Radio Tirol in enger Zusammenarbeit mit dem Medienhaus Athesia zur Hilfsplattform „Südtirol hilft“ zusammengeschlossen. Ziel war und ist es seitdem, Menschen in Not in Südtirol organisationsübergreifend zu unterstützen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 2.826.080 Euro an Hilfsgeldern konnten bisher zusammengetragen werden, 494.371 Euro davon allein im vergangenen Jahr (knapp 80.000 Euro mehr als das Jahr zuvor). „Gerade die organisationsübergreifende Zusammenarbeit macht diese Hilfsaktion so besonders“, unterstreicht Leopold Kager, der Vizepräsident von „Südtirol hilft“. „Anstatt dass jede Hilfsorganisation in der Vorweihnachtszeit ihre eigene Aktion bewirbt, zieht man an einem gemeinsamen Strang. Davon profitieren alle Beteiligten: Die Helfenden und die Hilfsbedürftigen“, zeigt sich Kager überzeugt.

Ziel der Aktion ist es, Frauen, Männer und Kinder in einer Notsituation möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen. „Die Ursachen für ihre Not sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Häufig sind Krankheit, plötzlicher Verlust eines Angehörigen, Ver- und Überschuldung sowie unerwartete Schicksalsschläge der Auslöser. Betroffene geraten davon meist in so große Not, dass sie selbst nicht mehr ein noch aus wissen“, berichtet Kager. „Da kann man oft nicht lange zuwarten, sondern muss sofort etwas tun.“

Zusammengetragen werden die zu unterstützenden Notfälle jeweils von den angeschlossenen Hilfsorganisationen Bäuerlicher Notstandsfond, Caritas und Südtiroler Krebshilfe, aber auch von anderen Hilfsorganisationen des Landes. „Die Spenden haben von Jahr zu Jahr zugenommen. Rechnet man das Spendenergebnis vom vergangenen Jahr hoch, so kann man sagen, dass jeder Südtiroler, jede Südtirolerin einen Euro für „Südtirol hilft“ gespendet hat. Das zeigt, dass auch die Solidarität innerhalb unserer Bevölkerung zunimmt“, zeigt sich Landeshauptmann Arno Kompatscher erfreut. Wie sein Vorgänger Luis Durnwalder wird auch er über die Promi-Versteigerungen seinen Beitrag zu „Südtirol hilft“ leisten.

Diese Promi-Versteigerungen verleihen der Aktion „Südtirol hilft“ jedes Mal neue Attraktivität. Immer wieder gelingt es den Machern von „Südtirol hilft“ dafür interessante Personen aus Nah und Fern für die gute Sache zu gewinnen. So gibt es heuer von 15. bis zum 22.Dezember besondere Momente zu ersteigern. So kann man eine Fußballmannschaft zusammenstellen, die dann gegen eine Mannschaft von Landeshauptmann Arno Kompatscher antritt. Geboten wird auch ein Skiwochenende in Schladming, wobei einen Nachmittag die Skilegenden Armin Assinger und Fritz Strobl dabei sein werden. Besonders Fußballfans dürfte die Verlosung eines Champions League-Spiels des FC Bayern München in einer VIP-Longe interessieren. Ein Dreikönigsessen kann man sich im Felsenkeller der Brauerei Forst, zubereitet vom Sternekoch Luis Haller ersteigern und Golffreunde können ein Spiel mit einem bekannten Volksmusikstar ersteigern.

Höhepunkt von „Südtirol hilft“ ist aber nach wie vor der große Spendenmarathon auf „Radio Tirol“ und „Südtirol 1“ am 23. Dezember, dem Vorabend von Heilig Abend. Dabei können die Hörerinnen und Hörer entweder über Telefon oder Internet (www.suedtirolhilft.org) ihre Spendenzusagen machen. „Es ist überwältigend, wie viele Südtirolerinnen und Südtiroler sich immer wieder melden und helfen wollen“, sagt Martin Pfeifhofer von „Radio Tirol“. Jedes Jahr seien es über 1.000 Frauen, Männer, Kinder und Betriebe, die am Spendenmarathon teilnehmen. „Jede Spende, egal welcher Größe, hilft uns helfen“, sagt Pfeifhofer.

„Südtirol hilft“ bekommt aber auch tatkräftige Unterstützung von außen. Mehrere Unternehmen und Verbände lassen sich etwas einfallen, um die Aktion zu unterstützen. „Das zeigt, dass die Aktion von ganz vielen im Land mitgetragen wird“, freut sich Vizepräsident Leopold Kager.

So bietet die Brauerei Forst im Rahmen ihres „Forster Weihnachtswaldes“ gleich mehrere Aktionen zugunsten von „Südtirol hilft“ an: Erlöse aus dem heuer wieder durchgeführten „Forster Weihnachtswald“ auf dem Gelände des Braugartens Forst werden gespendet. Die Firma Rieper spendet für jeden Kilo verkauften Weihnachtsbrotes zwei Euro zu Gunsten von „Südtirol hilft“ verkaufen und der Lions Club Bozen Laurin unterstützt mit seinem traditionellen Flohmarkt ebenfalls die Aktion (vom 6. bis 8. Dezember auf dem Kornplatz in Bozen). Beteiligt ist auch der Gartenmarkt der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft: Pro verkauften Christbaum werden 50 Cent an „Südtirol hilft“ gespendet, bei Tausenden an Christbäumen kommt auch hier eine tatkräftige Unterstützung zusammen. Dasselbe gilt auch für die Kaufleute des Überetschs. Sie spenden für jedes bei der Weihnachtslotterie „Das große Los im Überetsch“ verkaufte Los einen Betrag.

Die eingehenden Spenden kommen zu 100 Prozent Bedürftigen in Südtirol zugute. Im Verein und darüber hinaus arbeiten mehr als 50 Personen ehrenamtlich mit. Die anfallenden Verwaltungskosten werden von Sponsoren wie Stiftung Südtiroler Sparkasse, Raiffeisenkasse Bozen, Raiffeisen Online, Brennercom, der Werbeagentur ACC und anderen mehr abgedeckt.