Stehen Veranstaltungen in Südtirol auf der Kippe?

Bei öffentlichen Veranstaltungen wurden 2013 die Kompetenzen über Genehmigung und Kontrolle vom Land an die einzelnen Gemeinden übertragen. Diese Neuerung hat bei Veranstaltern große Unsicherheiten geweckt. Nicht zuletzt bei vielen Vereinen und Verbänden, die sehr viele Veranstaltungen im Land organisieren und durchführen.

Wir haben mit Alex Ploner, dem Präsidenten der Eventdienstleister im hds, über die Änderungen für die Veranstalter gesprochen.

Herr Ploner was ändert sich für die Veranstalter? Wird es schwieriger Events zu organisieren?
Im Grunde wird es nicht schwieriger, sondern es gibt andere Kontrollwege, bzw. andere Personen, die in den Prozess involviert sind. Bisher hat eine Landeskommission die großen Veranstaltungen kontrolliert. Diese Kommission besteht aus einem Experten im Brandschutz, aus Herrn Mussner, der in vielen Bereichen Erfahrung hat, usw.. Diese Kompetenz wurde nun an die Gemeinden ausgelagert. Das heißt: Veranstaltungen werden von einem Gemeindetechniker kontrolliert. Dieser sollte dann auch Kompetenzen in vielen Bereichen haben. Viele Gemeinden haben diese Kompetenz nicht, bzw. diese Person und werden sich erst auf diese Situation einstellen müssen. Das ist das Neue an der Situation. Die Gesetze sind gleich geblieben, die Vorgaben auch. Dort hat sich durch den Übergang der Kompetenz auf die Gemeinden nichts geändert.

Was bedeutet das für die Besucher der Veranstaltungen? Müssen diese sich jetzt darauf einstellen, dass das ein oder andere Event nicht stattfindet?
Nein. Die neue Situation betrifft die Veranstalter. Die Ansprechpartner sind jetzt in der Gemeinde. Diese kennen die Situationen der Veranstaltungen direkter und "ehrlicher". Früher konnte die Landeskommission nicht zu allen Veranstaltungen gehen. Die Chance, dass in Zukunft die Kontrolle der Bestimmungen auch bei kleinen Veranstaltungen gemacht wird, ist größer da dies auch im Interesse des Bürgermeisters, des Lizenzgebers, ist. Die Chance ist also auch größer, dass die kleinen Veranstaltungen im Gemeindegebiet kontrolliert werden. Im Grunde wird die Kontrolle und das genauere Hinschauen größer. Wenn Regeln eingehalten werden müssen, die es ja schon immer gegeben hat, besteht die Gefahr, dass der ein oder andere Veranstalter sagt, wenn ich hier auch noch kontrolliert werde und hier auch noch eine Strafe riskiere ... mache ich meine Veranstaltung nicht mehr. Hier verliert dann der Besucher auch seine Veranstaltung.

Für den Veranstalter entstehen auch mehr Kosten.
In der Tat entstehen für den Veranstalter auch mehr Kosten. Wenn sich der Gemeindetechniker, z.B. eine Expertise von einem Statiker holen will, da er selbst kein Statiker ist, und dieser Statiker dann 500 oder 1.000 Euro verlangt, so kommen diese Kosten auf den Veranstalter zu. Dieser wird von der Gemeinde an den Veranstalter weiterverrechnet. Alle Veranstaltungen, die sich dies nicht leisten können oder leisten wollen, werden in Zukunft Schwierigkeiten haben. Es wird in der Tat bei einigen Veranstaltungen etwas teurer werden, denn Sicherheit, und um die geht es ja, kostet immer Geld. Wenn ich die Sicherheitsbestimmungen einhalten muss, dann muss ich schauen, wie ich den Sicherheitsstandard erreiche. Auf der anderen Seite müssen sich die Veranstalter auch überlegen wie sie diese Sicherheitsbestimmungen umsetzen. Wenn ich bei einem Konzert nicht einfache Abgrenzungen zwischen Bühne und Publikum genügen sonder besondere Konzertabgrenzungen mit Trittschutz beschafft werden müssen, dann wird es für den Veranstalter in der Tat teuer.

Also mehr Sicherheit bei den Veranstaltungen, auch für die Besucher?
Dies muss das gemeinsame Ziel sein. Man kann immer alles als Schikane empfinden, aber schlussendlich muss es das Ziel der Veranstalter, des Gesetzgebers und auch der Kontrollorgans sein, Sicherheit bei Veranstaltungen zu gewährleisten. Nicht nur für die Besucher sondern auch für die Veranstalter selbst. Denn oft handelt es sich im Vereine und freiwillige, ehrenamtliche Helfer und diese gilt es zu schützen. Z.B. Maturabälle, wo junge Leute im Spiel sind, die aber nicht alles wissen können. Trotzdem müssen sie eine gewisse Sicherheit für ihre Veranstaltung garantieren.         

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auf mehreren Informationsveranstaltungen des hds:

  • Montag, 23. Februar 2015, Vahrn, Haus Voitsberg, Voitsbergstraße 1
  • Dienstag, 24. Februar 2015, Eppan, Lanserhaus Raiffeisen-Forum, J.-G.-Plazer-Straße 24
  • Mittwoch, 25. Februar 2015, Algund, Vereinhaus Peter Thalguter, Hans-Gamper-Platz 3

Alle Veranstaltungen beginnen um 19:00 Uhr