Spinnen suchen die Wärme

Der Moment, in dem der Mann zum Held wird: Wenn Frauen von einer klitzekleinen Spinne in der Wohnung in Schach gehalten werden. Das arme Ding wird dann meist mit einem Besen zerquetscht oder sogar mit dem Staubsauger eingesaugt.

Viele meinen, dass die Spinne den Staubsauger überlebt und dann, wenn alle schlafen, aus dem Staubsaugerrohr wieder in die Wohnung krabbelt. Keine Angst! Das passiert nicht. Durch die 100-140 km/h Luftgeschwindigkeit, die ein Staubsauger (je nach Wattleistung) erreicht, wird die Spinne so stark an die Rohrwände geworfen, dass sie im Beutel nicht mehr am Leben ist.

Wer es ein bisschen humaner mag und die Spinne nicht umbringen will, der greift zum alten Trick mit dem Glas. Das Glas einfach über die Spinne stülpen, mit einem Karton oder Papier darunter fahren und raus in den Garten damit. "Das ist die beste Art Spinnen los zu werden", ist auch Wolfgang Dibiasi, Zoologiestudent und Gifttier-Experte aus Tramin, überzeugt.

Nützlinge, welche die Wärme suchen
Warum es sich Spinnen gerade jetzt so zahlreich in allen Ecken unserer Wohnungen und Häuser gemütlich machen und ihre Netze weben, ist laut Wolfgang Dibiasi einfach erklärt. Für die Spinne sei ein Haus ein riesiger Steinblock der Wärme speichert. Jetzt wo es kalt wird, ist das ein perfekter Ort um zu Überwintern.

"Die Spinnen zu töten ist nicht ideal", entgegnet der Experte hinsichtlich der beliebten Staubsauger-Variante. Denn die Krabbeltiere sorgen dafür, dass wir Ruhe vor Schädlingen haben, die wir ebenso ungern im Haus hätten. Pflanzenparasiten, Stechmücken und Bremsen stehen auf ihrem Speiseplan.

Also das nächste Mal, wenn Sie eine Spinne erschreckt, denken Sie daran, dass die Achtbeiner unabhängig von ihrem subjektiv empfundenen Aussehen, viel Gutes für Sie tun.