Social Media-Stress

Wir sind immer und überall erreichbar, ständig über alles informiert und natürlich non-stop online. Ob via Smartphone oder PC, mittels Instagram oder WhatsApp – die Technik ist zum ständigen Begleiter geworden. Moderate Internetnutzung ist dabei auf keinen Fall zu verteufeln, aber auch das Ablenkungspotenzial und der ständige Druck, der vom Netz und von den Sozialen Medien ausgeht, ist nicht zu unterschätzen.

Noch einen kurzen Blick auf das Instagram Profil der hübschen Bloggerin, schnell die letzten (schlechten) News auf Twitter gecheckt und da vibriert auch schon wieder das Smartphone. Das  Internet gehört für Jung und Alt mittlerweile einfach zum Leben dazu. Es unterhält, informiert und bietet Ablenkung. Gleichzeitig ist so viel Information aber auch belastend, kann zu kontinuierlichen Vergleichen und erschöpfenden Leistungsdruck führen.

Der Leiter der Jugenddienststelle von „Young and direct“, Michael Rainer kennt dieses Phänomen aus seinem Arbeitsalltag in der Beratung von Jugendlichen. Und mit Phänomen ist nicht eine Randerscheinung gemeint, sondern eine Grundsituation, die sich in den letzten Jahren mit dem Anstieg der Nutzung Sozialer Medien entwickelt hat.

Dabei kann Michael Rainer Instagram & Co. auch viel Positives abgewinnen. Dennoch sieht er im Internet – wenn auch es nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist - eine große Last - besonders auf den noch nicht so starken Schultern vieler Jugendlicher. Zu den negativen Folgen zählen für ihn insbesondere Aufmerksamkeitsdefizite, Schlafstörungen und das Gefühl einer Art Abhängigkeit. Auch Stimmungsschwankungen oder Depressionen können die Folge sein. „Ob die starke Nutzung dann effektiv der direkte Auslöser ist, ist eine gewagte These, aber es trägt sicher dazu bei, wenn man anfälliger dafür ist und ein paar „emotionale Baustellen“ hat“, meint Michael Rainer.

Auf der ständigen Suche nach Entspannung und Zerstreuung erreicht man also nicht selten das Gegenteil. Denn ständig online und „angeknipst“ zu sein, überanstrengt uns emotional und physisch. Nicht umsonst heißt es immer häufiger: Offline ist der neue Luxus.

Experten plädieren darauf, das Handy nachts auszuschalten. Auch vor dem Schlafengehen, sollte man längere Zeit auf die Nutzung von Geräten mit Bildschirm verzichten, denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Gehirn eine längere Zeit braucht um runterzufahren. Für Kinder empfehlen Pädagogen, das Internet altersentsprechend begrenzt zu nutzen und geben dafür folgende Richtwerte:

  • 3-7 Jahre:  30 Minuten täglich
  • 8-9 Jahre:  45 Minuten täglich
  • 10-11 Jahre:  60 Minuten täglich
  • 12-13 Jahre:  75 Minuten täglich

Bei Fragen zu dem Thema, wenden Sie sich gerne direkt an Young & Direct.