Rasenkosmetik

Braune Flecken, Verfilzungen, kahle Stellen und jede Menge Moos - so sehen viele Rasen nach den Wintermonaten aus. Wer bis zum Sommer wieder ein einheitliches, dichtes Grün hinterm Haus sehen möchte, sollte den Flächen jetzt eine Frühjahrskur gönnen. Dazu gehört auf jeden Fall das Vertikutieren, bei dem der Rasen von flachwurzelnden Moosflechten und abgestorbenen Pflanzenteilen befreit wird, sodass die Gräser wieder „durchatmen" und ungestört wachsen können.

Bevor Vertikutierer oder Rechen aber zum Einsatz kommen, ist es Zeit für den ersten Einsatz des Mähers. Der erste Schnitt sollte Ende März bis April erfolgen – sogenannter Spielrasen kann auf eine Höhe von etwa 3,5 Zentimetern gekürzt, bei Zierrasen darf sogar noch mehr abgeschnitten werden. Gibt es nur wenig Moosbewuchs und leichte Verfilzungen, reicht es meist aus, wenn die Fläche anschließend gründlich abgerecht wird. Wesentlich effektiver und weniger anstrengend ist es natürlich, mit einem motorbetrieben Vertikutierer zu arbeiten. Den muss man sich nicht extra kaufen - solche Geräte stehen auch zum Verleih bereit. Für ein gutes Ergebnis sollte er gleichmäßig sowohl in Längs- als auch in Querrichtung über das Gelände bewegt werden. Dabei dringt die Messerwelle einige Millimeter in die Grasnarbe ein und reißt überschüssiges Pflanzenmaterial heraus."

Auch wenn das jährliche Vertikutieren wie eine Verjüngungskur für den Rasen wirkt, sehen viele Flächen danach zunächst etwas mitgenommen aus und weisen ausgedünnte Stellen auf. Mit speziellen Rasendüngern und frischen Grassamen bekommt man das aber schnell wieder in den Griff. Mittlerweile gibt es im Handel auch Kombiprodukte, die alles bieten, was die strapazierte Grünfläche jetzt zur Regeneration dringend braucht.

Diese „Rasenkosmetik“ steht erst dann auf unserem Arbeitsplan, wenn nicht mehr mit Nachtfrösten zu rechnen ist und der Boden über einen Zeitraum von zwei Wochen eine Temperatur von mindestens sechs Grad Celsius aufweist. Dann herrschen die optimalen Wachstumsbedingungen für Saatgut. Damit sich ein einheitliches Rasenbild entwickelt, sollten auch Kombiprodukte immer sehr gleichmäßig ausgebracht werden. Wer möchte, kann dafür auch einen Streuwagen verwenden. Abschließend wird die bearbeitete Rasenfläche intensiv bewässert. So ist sichergestellt, dass die Samen Bodenkontakt bekommen und quellen können.

Andreas Modery´s Expertentipp: Der Erfolg der Rasenbildung hängt davon ab, dass die Grünfläche in den nächsten vier Wochen ausreichend feucht gehalten wird, um ein Vertrocknen der Keimlinge zu verhindern. Damit sie sich gut und kräftig entwickeln, sollten die nachgesäten Stellen in dieser Zeit möglichst nicht betreten werden. Der erste Schnitt kann in der Regel vier bis fünf Wochen nach der Aussaat erfolgen, dann, wenn das Gras eine Wuchshöhe von mindestens acht bis zehn Zentimetern erreicht.