Moidnpfeifer von Kastelruth

Es ist der 30. April und die Mittagsglocken läuten, Zeit für die Moidnpfeifer (Maienpfeifer), sich auf den Weg zu machen. 24 Stunden, bis die Mittagsglocken am 1. Mai läuten, werden die Musikanten von Bauernhof zu Bauernhof unterwegs sein, die ganze Nacht hindurch. So will es der Brauch. 

Moidnpfeifer gibt es nur in der Gemeinde Kastelruth. Als Pfeifer bezeichnet man Musikanten und Spielleute. Die Moidnpfeifer bringen Abwechslung und Unterhaltung in den Bauernalltag und sind nur vom 30. April bis zum 1. Mai unterwegs.  Zwei Eier für jeden Musikanten gab es früher für die Moidnpfeifer, und die gibt es auch heute noch.

Dabei müssen sich Moidnpfeifer an strenge Regeln halten. Als Musikinstrumente sind ein Flügelhorn als erste Melodiestimme, Klarinette, Tenorhorn, Tuba sowie die Posaune als Begleitinstrument erlaubt. Auch die Bekleidung ist genau festgelegt: Ein schwarzer Lodenhut mit allerlei Wiesenkraut und einer langen, bunt glänzenden Hahnenfeder verziert, eine geblümte Weste über dem weißem Rupfenhemd und eine blaue Schürze über der schwarzen Lodenhose. 

Begleitet werden die Pfeifer vom „Aufheber“. Der Aufheber bewahrt in einem Traggestell, einen mit Gras ausgepolsterten und mit Wiesenblumen geschmückten Weidenkorb, die gesammelten Eier auf. Der Aufheber hat auch eine zusätzliche Aufgabe. Er ist der Unterhalter der Truppe. Je nach Tages- oder Nachtzeit gibt es dann eine Marende, eine Süßigkeit oder eben ein Frühstück, immer etwas zu trinken, denn das Blasen trocknet bekanntlich die Kehlen aus. 

Nach Musik, Tanz und Unterhaltung eilen die Moidnpfeifer zum nächsten Hof weiter, während der Aufheber die Eier entgegen nimmt.