Misteln selbst vermehren

Mistelzweige gehörten auch dieses Jahr mit ihren weißen Beeren und den immergrünen Blättern zum großen Weihnachtstrend.

Ob am Hauseingang oder als Dekoelement in der Wohnung – die Mistel symbolisiert den Weihnachtsfrieden. Der wahre Gartenfreund erfreut sich an der Mistel aber nicht nur zu Weihnachten um das ein oder andere Küsschen zu bekommen, sondern hat die Mistel gerne das ganze Jahr im Garten. Wie das geht, verrät Gartenexperte Andreas Modery:

Mistel selbst vermehren: 
Die gute Nachricht zuerst: Ja, das geht. Aber es bedarf nicht nur der weißen Beeren, sondern auch eines grünen Daumens und (wirklich) viel Geduld.

So wird’s gemacht: Wer Misteln im Garten selbst vermehren möchte, braucht einen Mistelzweig mit weißen Beeren und den passenden Wirtsbaum für die Mistel. Besonders dafür geeignet sind zum Beispiel Apfelbäume, Hainbuche oder Erle. Im nächsten Schritt ist der reife Samen (ja, jetzt mitten im Winter ist dieser reif!) aus den weißen Beeren in eine Astgabel oder an Äste im Innenbereich der Krone zu drücken. Und das war’s schon. Den Rest macht der Samen ganz alleine!

Die Samen bilden zunächst Haftscheiben, bevor sie nach ein paar Monaten mit den ersten Senkwurzeln in das Holz des Wirtsbaumes dringt. So bleibt die Mistel das erste Jahr meist unbeachtet am und im Baum. Oft zeigt sich nur eine leichte Wölbung.

Der erste erkennbare Trieb
Erst im dritten Jahr nach der Samenausbringung bricht die Mistel dann mit ihrem ersten Trieb und Blatt nach außen. Und auch dann wächst die Mistel nur sehr langsam und bildet jedes Jahr nur eine Verzweigung mit einem Blattpaar.

Gut Ding braucht Weile
Bis zur ersten Ernte vergehen somit oft mehr als acht Jahre. Um immer wieder ernten zu können werden auch nicht alle Triebe weggepflückt, sondern immer nur wenige Verzweigungen. 

Die Mistel ist ein Parasit – wie kommt der Baum damit zurecht?
In der Regel kommt ein gesunder und wüchsiger Baum gut mit dem Befall von einzelnen Misteln zurecht. Bei stärkerem Befall können die Äste allerdings brüchig werden. Ebenso kann die Wüchsigkeit der Bäume reduziert werden und der Ertrag bei Obstbäumen sinken. Probleme können dann vor allem auf ungepflegten Streuobstwiesen auftreten.