#Metoo – Sexuelle Belästigung weltweit Thema

Unzählige Opfer sexueller Übergriffe schildern unter dem Hashtag #Metoo im Nachrichtendienst-Twitter ihre Erfahrungen. Damit brechen viele von ihnen ihr Schweigen - oft erst nach vielen Jahren.

Alles begann mit dem Belästigungsskandal des Hollywood-Produzenten Weinstein. Er belästigte Schauspielerinnen am Arbeitsplatz. Das Auffliegen trat eine Welle der Empörung und Solidarität los. Hunderttausende Frauen machen im Internet mit dem Hashtag #metoo nun sexuelle Belästigungen öffentlich. Auch in Südtirol haben Frauen im Vergleich zu früher mehr Mut gegen sexuelle Belästigung vorzugehen, so die Südtiroler Gleichstellungsrätin, der im Zuge ihrer Arbeit die ganze Bandbreite von Fehltritten geschildert wurde.

„Sexuelle Belästigung reicht von ganz expliziten Drohungen wie: "Ich kündige dich, wenn du nicht mit mir schläfst", bis hin zu Betrieben, in welchen Unternehmenskulturen herrschen, wo sexuelle Belästigungen an der Tagesordnung stehen“, erzählt Micaela Morandini.

Sie selbst war ebenfalls schon bei einer solch übergriffigen Situation dabei. Es war während einer Sitzung, als eine Mitarbeiterin als Blondine ausgerichtet wurde. Der Vorgesetzte fing an zu lachen und die anderen Männer und auch Frauen taten es ihm gleich und erhöhten dadurch ihre Scham nochmal. „Der Chef gab damit ganz klar das Signal: Das ist bei uns erlaubt, das könnt ihr machen“, erklärt sie.

Aus ihrer Beratungspraxis kann Michela Morandini sagen, dass vermehrt auch Südtirolerinnen den Mut haben sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz öffentlich zu machen. Doch auch sie weiß: „Global ist es immer noch ein Tabuthema, weil Unternehmenskulturen herrschen, die dieses Thema tabuisieren.“ Und viele hält die Angst vor dem Jobverlust oder auch die (zu Unrecht) beschämte Frage „Wie viel habe ich dazu beigetragen?“ zurück.

Die Gleichstellungsrätin hat ein offenes Ohr, wenn Sie am Arbeitsplatz belästigt werden. Hier finden Sie die Kontaktdaten um Sprechstunden in Bozen, Meran, Brixen und Bruneck zu vereinbaren.