Mehr Nasen-OPs durch Selfiewahn

Alle machen es, aber kaum einer gefällt sich darauf. Die Rede ist von Selfies und die sind manchmal wirklich nicht schmeichelhaft. Schuld daran ist – so simpel es auch klingt – der Blickwinkel. Laut einer kürzlich erschienenen amerikanischen Studie wirken Nasen auf Selfies satte 30 Prozent größer als sie es in Wirklichkeit sind – mit drastischen Konsequenzen, die oft im Wunsch einer Nasen-OP münden.

Meist reicht ein falscher Blickwinkel beim Schießen eines Selfies und schon wird aus dem Stupsnäschen ein vermeintlicher Riesenzinken. Dass das am Selbstbewusstsein nagt ist selbstredend, vor allem in Zeiten von Social Media und dem allgegenwärtigen Drang sich selbst zu präsentieren.

Auch Doktor Lorenz Larcher, Schönheitschirurg aus Bozen kann das bestätigen: „Ich glaube, dass die Sozialen Medien eine große Auswirkung haben. Jeder versucht sich selbst darzustellen.“ Aus seiner Erfahrung ist kaum eine Frau mit ihrem Äußeren zufrieden, jede hat etwas an sich zu bemängeln. Eine nicht repräsentative Umfrage unserer Redaktion bestätigt das und ergibt, dass auch Männer sehr selbstkritisch sind, was ihre Nase angeht. Die sozialen Medien können also durchaus eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers verstärken. Dabei sind „gewisse kleine Makel sind auch ein Schönheitsideal. Man muss nicht perfekt aussehen und dementsprechend auch nicht immer chirurgisch eingreifen“, sagt Lorenz Larcher.

Hält der Schönheitschirurg die Wünsche seiner Patienten für unrealistisch, kommt es durchaus vor, dass er sie wieder nach Hause schickt. „Ich bin eher konservativ und der, der versucht die Patienten auf eine andere Linie zu bringen um eine Operation zu vermeiden“, gibt er zu. Warum ist leicht erklärt. Denn bei einer Nasenoperation um eine Operation in jeder Hinsicht und birgt dementsprechend ein gewisses Risiko. Die Nase wird offen operiert. Nach einem ersten Schnitt wird  der Weichteilmantel nach oben geklappt. Wenn die Nase zu breit ist, wird diese gebrochen und mit speziellen Meisseln und Hammern bearbeitet. Die Nase muss anschließend auch gegipst werden und säuberlich vernäht werden. Damit die Heilung anschließend bestmöglich voranschreitet, ist zudem eine medikamentöse Nachbehandlung notwendig. Also kein einfaches Unterfangen, das nur bei schwerwiegenden Problemen in Erwägung gezogen werden sollte.

Schneller, günstiger und vor allem gesünder wäre es, einfach an einem besseren Blickwinkel zu arbeiten (nie direkt davor oder von unten, sondern eher von schräg oben) oder einen Selfie-Stick zu kaufen. Damit relativiert sich das Problem durch den größeren Abstand und dem falschen Winkel beim Fotografieren.

7 Tipps zum perfekten Selfie:

1. Der passende Gesichtsausdruck
Duck-Face und Schmollmund sind zwar immer noch beliebte Posen, aber längst inflationär. Ein natürliches Lächeln wirkt da meist viel schöner und ehrlicher. Ganz wichtig: Ein Foto kann nur ablichten, was effektiv da ist. Wollt ihr euch also besonders hübsch fühlen, legt doch einfach euer Lieblings-Make-Up auf. Das unterstreicht eure natürliche Schönheit und hebt eure Vorzüge hervor.

2. Der richtige Filter
Der richtige Filter kann echte Wunder wirken. Zu den beliebtesten auf Instagram gehören "Rise", "Valencia" und "Sierra". Doch es gibt viele weitere Apps, die noch viel mehr davon anbieten. Einfach ein bisschen schmökern und ins richtige Licht rücken.

3. Das ideale Licht
Auf dem Weg zum perfekten Selfie spielt auch das richtige Licht eine wichtige Rolle. Natürliches Tageslicht ist hier am besten geeignet.

4. Die richtige Perspektive
Bilder, die von unten aufgenommen werden, können einem ein fieses Doppelkinn verpassen und auch die Nase verhältnismäßig groß erscheinen lassen. Also immer den richtigen Winkel wählen! Angenehmer wirken Selfies, die leicht von oben aufgenommen wurden.

5. Ein interessanter Hintergrund
Ihr spielt natürlich beim Selfie die Hauptrolle, aber auch die Farbe des Hintergrunds und das Ambiente im Allgemeinen formen den Ausdruck des Fotos. Es gilt die Gelegenheit einer spannenden Kulissen für sich zu nutzen.

6. Fachmännische Nachbearbeitung
Für die Perfektionisten unter uns bleibt oft nur eine Möglichkeit, die auch Stars sehr gerne nutzen: die Nachbearbeitung mittels Photoshop & Co. Auch gängige Apps wie Facetune und Instagram bieten hier (wenn auch limitierte) Möglichkeiten das Selfie zu pimpen. 

6. Das passende Hilfsmittel
So peinlich es auch oft sein mag, tut es wie die Touris und greift zum Selfie-Stick. Er dient als eine künstliche Armverlängerung und erweitert dadurch die Distanz zwischen Kamera und Gesicht, was die Proportion wieder reinigt. Wird ein Foto zu nah und aus dem falschen Winkel gemacht, wird das nächstgelegene Gesichtsfeld überproportional groß dargestellt. Und das führt anschließend zu einem unbefriedigenden Ergebnis.