Medikamentenmangel in Südtirol

Es mangelt an Medikamenten und Impfstoffen - nicht nur in Südtirol, sondern weltweit. Das zuletzt in Italien eingeführt Impfgesetz hat diese Situation weiter verschärft.

Stellen sie sich vor, Sie schneiden sich in den Finger. Ihre Tetanus-Impfung ist schon lange her und im Krankenhaus können Sie nicht dagegen geimpft werden. Warum? Weil kein Impfstoff vorhanden ist! Das könnte passieren, auch in Südtirol!

Der Grund dafür ist zum einen der Sparzwang durch das öffentliche Gesundheitssystem. „Im Fall von Italien hat auch das zuletzt eingeführte Impfgesetz dazu beigetragen“, sagt Dr. Maximin Liebl, der Präsident der Apothekerkammer Südtirols. Dieses verpflichtet alle Eltern ihre Kinder gegen eine Reihe an Krankheitsbildern zwingend impfen zu lassen. Dies hat zu einem höheren Verbrauch an Impfstoff geführt und infolge kommt es zu Lagerschwierigkeiten und Mangel der verfügbaren Impfstoffe.

Doch nicht nur bei Impfstoffen herrscht Mangel, sondern auch bei Medikamenten. In den meisten Fällen gibt es Alternativtherapien. Aber im Extremfall könnte es theoretisch sogar passieren, dass ein Krebspatient seine Therapie unterbrechen muss.

Diese Fälle treten auf, aber es ist natürlich allen Verantwortlichen bewusst, dass es dieses Problem gibt und es wird schon seit Jahren daran gearbeitet diese Situation zu verbessern.

Fakt ist, dass gewisse Medikamente gerade nicht lieferbar sind und wahrscheinlich wird es dabei bleiben. Ein Wermutstropfen: Die italienische Medikamentenagentur gibt stets Informationen über die Lieferbarkeit und Nicht-Lieferbarkeit heraus. Das hilft die Situation einigermaßen zu kontrollieren.

Es herrscht also das Prinzip Notfallmanagement, wenn es um unsere Gesundheit geht. „Und daran wird sich auch nichts ändern“, bestätigt der Präsident der Apothekerkammer Südtirols.