Zu junge Supplenzlehrer?

Lehrer sind Mangelware, vor allem, wenn es um die Besetzung von Stellen für technische Fächer an Südtiroler Oberschulen geht. Oft wird dieser Mangel durch zum Teil extrem junge Lehrkräfte behoben, mit unterschiedlichem Ergebnis.

Es herrscht Lehrermangel an Südtirols Oberschulen. Vor allem Lehrstellen von technischen Fachbereichen wie Maschinenbau, Elektronik, Elektrotechnik sowie Informatik, können nicht mit Lehrpersonen mit entsprechendem Studientitel besetzt werden. Hier muss auf entsprechendes Ersatzpersonal zurückgegriffen werden.

Meist sind das Quereinsteiger, beispielsweise Personen aus der Privatwirtschaft, die aus den unterschiedlichsten Gründen in den Lehrbetrieb wechseln möchten, oder junge Menschen, die vor kurzem selbst die Matura absolviert haben, im Studium sind und als Supplenten in der Oberschule arbeiten möchten. "Der Anteil der ganz jungen Lehrkräfte ist allerdings zuletzt gesunken", sagt Werner Sporer, Schulinspektor für die technische Oberstufe, und ergänzt, "Vor 10-15 Jahren gab es von den ganz jungen Supplenzlehrern noch deutlich mehr.“

In der Praxis ergeben sich hierbei unterschiedliche Situationen. Manche finden sich sehr gut in ihrer neuen Rolle ein, entdecken ein starkes Interesse am Unterrichten von Jugendlichen und professionalisieren sich in weiterer Folge. In anderen Fällen bringt der geringe Altersunterschied in den Rollendistanz Lehrer/Schüler auch schon mal ein paar Probleme mit sich. „Umso wichtiger ist es, diese jungen Lehrpersonen zu unterstützen“, so Sporer.

Fakt ist, erst wenn keine Lehrpersonen mit gültigem Studientitel mehr zur Verfügung stehen, wird auf andere Lehrpersonen zurückgegriffen. Dies ist gesetzlich so vorgesehen. In einem zweiten Schritt, wird dann überprüft, ob die Personen ein Studium absolvieren, also zumindest einen Teil der Ausbildung bereits gemeistert haben, und ob sie vorab bereits praktische Arbeitserfahrung und/oder Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesammelt haben. Letzteres ist ein besonders wichtiger Aspekt“, sagt Werner Sporer. „Ein Studientitel ist eine fachliche Basis. Aber als Lehrer muss man sei es ein guter Fachmann, als auch ein guter Pädagoge sein, es braucht beides.“, erklärt er.