Kübelpflanzenpflege

Oleander, Citrus & Co sind derzeit im „Winterurlaub“ - doch leider ist im Winterquartier der Terrassen- und Balkonschönheiten keine Erholung angesagt. Sie sind eher einem „Härtetest“ ausgesetzt und meist fehlt es an Licht!

Die Folge des Lichtmangels ist, dass unsere Pflanze lange, dünne und blasse Triebe entwickeln. Diese sogenannten Geiltriebe färben sich nicht richtig aus, sondern bleiben hellgrün. Zudem sind sie so schwach, dass sie leicht einknicken. Doch damit ist die Leidensgeschichte noch nicht beendet: Die meist zu hohen Temperaturen der modernen Keller verstärken das Martyrium unserer Pflanzen. Optimal wäre eine Überwinterung der meisten Kübelpflanzen bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Deshalb gilt der oberste Grundsatz der Überwinterungsregel: Je dunkler die Überwinterung, umso kühler die Temperaturen. Wenn sich jetzt, jahreszeitlich bedingt, das Lichtangebot verbessert, können auch die Temperaturen langsam auf etwa 15 Grad Celsius steigen.

Achtung: Schädlinge lieben geschwächte Pflanzen!
Blatt-, Schild- und Wollläuse freuen sich auf die Opfer. Animiert durch die für sie optimalen Urlaubsbedingungen – trockene und warme Räume - machen sie sich über die Wintergäste her. Spätestens wenn der Boden um die Pflanzen oder die Blätter selbst zu kleben beginnen, wird man auf diese Biester aufmerksam. Der Klebstoff ist der sogenannte „Honigtau“, den die Läuse ausscheiden, da sie soviel Pflanzensaft gar brauchen können. Leider bleibt an diesem Klebstoff  auch noch der Russtaupilz (erkennbar am schwarzen Belag) hängen. Auch Spinnmilben fühlen sich bei trockener und warmer Luft wohl. Bei einem starken Befall spinnen die Tiere die Pflanzen mit einem sehr feinen und dünnen Netz ein. Kurzum: Der Winterurlaub ist für unsere Kübelpflanzen ein einziger Stress!

Erste-Hilfe-Maßnahme von Gartenexperte Andreas Modery:
Die beste Therapie ist der Griff zur Schere! Alle hellgrüne, schwache und lange, aber auch befallene Triebe werden jetzt im Winterquartier zurückgeschnitten! Der Rückschnitt fördert außerdem das erneute Austreiben der Pflanze, die bei mehr Lichtangebot im Frühjahr kräftigere Triebe bildet. Die Läuse können mit einem ölhaltigen Präparat bekämpft oder mit dem „Never come back-Cocktail“ (1 Liter Wasser – ein „Schuss Handspülmittel“ und 2 EL Spiritus) „eingenebelt“ und in die ewigen Jagdgründen verabschiedet werden.