Kinotipp: Nightcrawler

 

Lou Bloom ist Reporter. Er kennt kein Mitgefühl. Nachts filmte er Tatorte in Los Angeles, immer auf der Suche nach den blutigsten, spektakulärsten Bildern. 

Lou Bloom kennt keine ethischen Grundsätze, Mitgefühl ist ihm fremd. Ihn treibt das Streben nach Geld, Macht und Ansehen. Nachts filmte er Tatorte in Los Angeles, immer auf der Suche nach den blutigsten, spektakulärsten Bildern.

Er liefert dem Publikum die Bilder, die es sehen will und manipuliert dafür auch schon mal Tatorte, geht über Leichen. Er selbst distanziert sich durch den Sucher seiner Kamera vom Geschehen, hält Distanz zu den Grausamkeiten. Immer ordentlich gekleidet, übertrieben höflich, kann sich keiner so recht Lou entziehen.

Völlig abgemagert aus riesigen, dunkel umrandeten Augen blickend mimt Jake Gyllenhaal diesen unsympathischen Soziopathen. Aalglatt ist dieser Emporkömmling. Man kann diesen Film als Medienschelte verstehen, als Gesellschaftskritik. "Nightcrawler" ist aber in erster Linie ein düsterer und beklemmender Thriller. Manchmal ein wenig zu sehr an der Oberfläche; ist "Nightcrawler" schon allein wegen seines großartigen Hauptdarstellers unbedingt sehenswert.