Pflanzen kosten, was sie sind

Die kalte Jahreszeit ist ideal, um neue Gartenpläne für 2017 zu schmieden. Entwürfe werden gezeichnet, Bücher gewälzt, Pflanzen aus Katalogen und aus dem Internet  herausgeschrieben und schließlich die Preise verglichen. Plötzlich stutzt man, wenn z. B. die rosa Winterkirsche bei einem Anbieter einmal 15,- € kostet, dann aber 45,- € oder sogar 700,- € und noch mehr. 

Pflanze ist eben nicht gleich Pflanze. Entscheidend für den Preis ist das unterschiedliche Alter und der bisherige Pflegeaufwand beim Gärtner – also in der Baumschule - , den ein Gehölz verursacht hat. Wichtig für die kräftige Entwicklung eines Gehölzes ist das von den Gärtnern Verschulen genannt. 

Verschulen -  was können wir uns als Laien unter diesem Begriff vorstellen?

Dabei werden die Wurzeln umstochen oder eingekürzt. Was kurzfristig ein Schock für die jeweilige Pflanze ist, erweist sich langfristig als Vorteil, denn die gekürzten Wurzeln verzweigen sich. Dort, wo bisher wenige Wurzeln oder nur eine lange Pfahlwurzel vorhanden waren, entstehen viele neue Feinwurzeln. Das macht nicht nur das Umsiedeln aus der Baumschule in den Garten einfacher. Die vielen Feinwurzeln nehmen auch mehr Wasser und Mineralstoffe auf, die Pflanze wächst sichtbar kräftiger und entwickelt einen festen Wurzelballen. Verpflanzen gilt daher als Maß für Qualität. Je häufiger ein Gehölz vor dem Verkauf verpflanzt wurde, desto besser ist seine Qualität und desto höher ist der Preis. 

Einmal verpflanzt bedeutet bei den meisten Gehölzen, dass die Pflanze zwei Jahre alt ist. Ein Jahr hat sie als Jungpflanze – als Sämling, Steckling oder frische Veredlung – verbracht. Im zweiten Jahr wurde sie verpflanzt oder in einen größeren Container gesetzt.  Zweimaliges Verpflanzen steht für dreijähriges Wachstum in der Baumschule und so weiter.