"Impfstoff" gegen Krebs entdeckt

Jeder dritte Südtiroler erkrankt im Laufe seines Lebens einmal an Krebs und jeden Tag werden in Italien etwa tausend neue Fälle von Krebs entdeckt. Aufgrund dieser erschreckenden Zahlen forschen Experten daher kontinuierlich an neuen Behandlungsmethoden. Die kalifornische Stanford Universität hat nun einen vielversprechenden "Impfstoff" mit heilender Wirkung entwickelt, der bei Mäusen bisher herausragende Ergebnisse geliefert hat.

Stellen Sie sich jetzt mal vor, man könnte sich gegen Krebs einfach impfen lassen - klingt bahnbrechend - und funktioniert bei Mäusen sogar schon! Doktor Gilbert Spizzo, Onkologe an der Brixana, erklärt die Vorgehensweise der Behandlungsmethode in einfachen Worten: „Man hat praktisch direkt in den Tumor eine immunaktivierende Substanz gespritzt. Das Interessante dabei ist, dass der Tumor geschrumpft und schlussendlich verschwunden ist. Aber noch viel Spannender: Man hat festgestellt, dass auch andere Tumore im Zuge dessen verschwunden sind.“ Das bedeutet, dass das Immunsystem allem Anschein nach kommuniziert. Die Lymphozyten, die man sich als die Polizisten des Immunsystems vorstellen kann, kommunizieren also untereinander.

In der Krebsforschung zählt jedes neue Erkenntnis. Die Wissenschaftler forschen dafür oft Jahre - wenn nicht Jahrzehnte - lang um wirksame Therapien zu erforschen. Die Ergebnisse der Stanford-Studie spricht für sich: Bei 87 von 90 Mäusen, welchen der Impfstoff injiziert wurde, verschwand der Krebs einfach! Ob diese Therapie allerdings auch bei Menschen wirkt, ist noch unklar. Denn es gibt sehr viele solche Studien, die beim Mausmodell positiv wirken, sich auf den Menschen angewandt allerdings nicht gleichsam positiv bestätigen. „Bei Menschen passiert es dann, dass die Therapie nicht bei 98 von 100, sondern nur bei einem von 100 Menschen positiv anspricht“, verrät der Experte.

Schon die alten Griechen haben Krebs beobachtet und versucht lokal in den Tumor Mittel hineinzuspritzen. Die Forschungen an Mäusen sind ebenfalls nichts Neues. Dennoch, verfolgt auch Dr. Spizzo mit großem Interesse die aktuellen Forschungsarbeiten, denn der Ansatz scheint erfolgsversprechend. „Diese Impfung und auch viele andere neue Ansätze in der Krebsforschung machen Patienten und Angehörigen Hoffnung. Wir werden das im Auge behalten, aber es wird dauern, bis wir die Behandlung auch am Menschen durchführen können“, sagt der Mediziner über das interessante Vorklinikergebnis.