G’sundes Südtirol: Wenn Viren müde machen

Infektionen, die durch Viren ausgelöst werden, können lange ihre Spuren hinterlassen und beispielsweise zum deutlichen Leistungseinbruch beim Sport führen, erklärt Dr. Christian Thuile.


Wer in der letzten Zeit krank war, vor allem auch mit der hartnäckigen Grippe in diesem Jahr zu tun hatte, kennt das: Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Schmerzen in den Muskeln, Heiserkeit, Husten und alles, was sonst noch dazugehört. Viren setzen dabei unserem Abwehrsystem stark zu und die typische Müdigkeit zeigt an, dass etwas nicht stimmt und unser Körper Ruhe braucht. Für die chronische Müdigkeit bis hin zum Burnout ist das Epstein-Barr-Virus verantwortlich, nach seinem Entdecker benannt, der es im Zusammenhang mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber gefunden hat, der so genannten Kuss-Krankheit.

Betroffen sind meist Jugendliche und sie merken oft gar nicht, dass sie mit diesem hochansteckenden Virus in Kontakt gekommen sind oder es fühlt sich höchstens an wie ein leichter Infekt mit etwas Halsschmerzen, Fieber, Müdigkeit und geschwollen Lymphknoten. Diese Beschwerden gehen bei rund der Hälfte ohne größere Komplikationen wieder vorbei und müssen auch gar nicht behandelt werden. Bei der anderen Hälfte entwickeln sich aber mit der Zeit äußerst unangenehme Symptome, wie eine zunehmende Müdigkeit und ein starker Leistungsabfall, was in der Schule und vor allem auch beim Sport ganz deutlich auffällt. Wer Leistungssport betreibt, zieht dann oft auch noch mit dem Training an und überfordert seinen Körper damit komplett und erlebt dann erst recht einen deutlichen Einbruch, von dem man sich oft über einen längeren Zeitraum nicht mehr so richtig erholt.

Das Problem ist, dass diese chronische Müdigkeit nicht unmittelbar nach dem Infekt auftreten muss, das ist oft sogar erst Wochen oder Monate später der Fall, so Dr. Thuile, daher sind diese auf keinen Fall zu unterschätzen und gut auszukurieren. Das Schlimmste, was man seinem Körper unter dem Einfluss eines solchen heimtückischen Virus antun kann ist, die Symptome zu übergehen und weiterzumachen wie immer, mit Stress und Belastung und womöglich auch noch sportlichen Höchstleistungen. Aber wer sich die Ruhe und die Zeit zur Erholung nicht gönnt, wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder davon eingeholt.An oberster Stelle stehen: Schonung und Ruhe! Und natürlich ist es auch wichtig viel zu trinken und sich gesund zu ernähren. Ein gezieltes Medikament gegen diese durch Viren ausgelöste Müdigkeit kann man leider nicht benennen, wohl aber verschiedene Anwendungen aus der Komplementärmedizin, allen voran die Akupunktur und die Therapie mit pflanzlichen Wirkstoffen.

„Wenn Viren müde machen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).