G’sundes Südtirol: Wenn unser Magen sauer ist

Sodbrennen ist das häufigste Magenproblem, erklärt Radiodoktor Christian Thuile und die Gründe dafür können vielfältig sein, gefährlich ist es meist nicht.

Gelegentliches Sodbrennen kennt fast jeder, es tritt gerne nach üppigem, deftigem, fettem Essen und auch nach dem (übermäßigen) Genuss von Alkohol auf. Die Folge davon sind oft Schmerzen und Brennen in der Brustbeingegend, Druck im Magen, Völlegefühl und saures Aufstoßen bis in den Rachen hinauf. Normalerweise ist es harmlos, ein Problem wird es erst, wenn es immer wieder auftritt, dann kann es nämlich auch ein Anzeichen für die so genannte Refluxkrankheit sein. Dabei fließt die Magensäure immer wieder zurück in die Speiseröhre, die dafür aber gar nicht ausgestattet ist. Im Unterschied zum Magen reagiert sie empfindlich auf diese aggressive Salzsäure, die sogar sehr schmerzhafte kleine Löcher und Wunden in die Speiseröhrenschleimhaut brennen kann. Es können auch die Stimmbänder angegriffen werden, Betroffene sind oft heißer und müssen sich häufig räuspern und besonders morgens auch vermehrt husten. Manchmal kann immer wieder auftretendes Sodbrennen auch die Folge von Nervosität, ständigem Stress und seelischen Belastungen sein. Auch Menschen mit starkem Übergewicht neigen eher dazu und auch zu enge Kleidung kann viel dazu beitragen. Schwangere haben sehr oft an Sodbrennen zu leiden, weil ihr Kind auf den Magen drückt. Tritt Sodbrennen öfter auf, muss es abgeklärt werden, denn im schlimmsten aller Fälle kann aus diesen chronischen, also immer wieder auftretenden Entzündungen, sogar Speisenröhrenkrebs entstehen.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann man ein Stück trockenes Brot zu sich nehmen oder Basenpulver aus der Apotheke, beides hilft überschüssige Säure zu binden. Gut tun meist auch ein paar Schritte an der frischen Luft. Und wenn auf ein allzu üppiges Mahl ein paar Tage fettarmer Schonkost folgen, ohne Alkohol, ist das Problem meist bald wieder behoben. Kaffee, Zigaretten, kohlensäurehaltige Getränke und vor allem auch Mehlspeisen und Süßigkeiten sollten in einer akuten Phase gemieden werden. Da gerade in der Nacht, also wenn wir flach liegen, die Säure aus dem Magen zurückfließen kann, bietet es sich auch an, das obere Teil des Bettes höher zu stellen, rät Dr. Thuile. Damit dadurch aber nicht Probleme mit dem Kreuz oder in der Hüfte entstehen, wäre es besser, das Bett und die Matratze nicht zu knicken, sondern gleich das ganze Bettgestell vorne um rund 20 cm zu erhöhen.

„Wenn unser Magen sauer ist“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).