G’sundes Südtirol: Wenn gar nichts mehr geht

Bei einem Burnout sind die Batterien eines Menschen nicht nur kurzfristig leer und können durch etwas Ruhe wieder aufgeladen werden, dabei handelt es sich um ein ernsthaftes Krankheitsbild mit oft schwerwiegenden Folgen, die das ganze Leben beeinflussen, erklärt Dr. Christian Thuile.


Ein Auslöser für das so genannte Burnout, das chronische Erschöpfungssyndrom, kann das Pfeiffersche Drüsenfieber sein, aber oft sind es auch Störungen im Hormonhaushalt, anhaltende psychische Belastungen oder chronischer, also ungesunder Stress, der auch den Stärksten irgendwann an seine Grenzen bringt. Übrigens sind gerade die Stärksten, die nie nein sagen können und glauben alles zu schaffen, besonders gefährdet.

Typisch für ein Burnout ist, dass die Müdigkeit immer weiter zunimmt und Ruhephasen und auch ausreichend Schlaf keine Besserung der Situation mehr bringt. Ganz im Gegenteil, es wird bald unmöglich einfache Alltagsdinge zu erledigen, geschweige denn bei der Arbeit Leistung zu bringen und selbst Angenehmes, wie die über alles geliebten Kinder, können zur unerträglichen Belastung werden. Diese körperliche und geistige Erschöpfung wird oft auch von Konzentrations- und Gedächtnisschwächen begleitet, typisch sind Schlafstörungen, die dann wiederum zu Ängsten führen und zu einem weiteren Leistungseinbruch und auch depressive Verstimmung. Dazu kommen meist auch körperliche Beschwerden: die Muskeln schmerzen und werden schwächer, die Gelenke tun weh und auch Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme gehen oft mit einem Burnout einher, Betroffene sind auch sehr geräusch- und lichtempfindlich.

Ein Burnout ist eine schwere Erkrankung, die über Monate oder sogar Jahre anhalten kann. Es ist zwar nicht direkt lebensbedrohlich, wirft aber das Leben von Betroffenen (und auch von deren Umfeld) total aus der Bahn, alles wird in Frage gestellt und nichts wird mehr bleiben, wie es war. Die große Gefahr besteht darin, dass sich Betroffene isolieren und lange gegen diese Diagnose wehren und viel Zeit vergeht, bis sie endlich professionelle Hilfe annehmen, die es in jedem Fall braucht!

Bei der Behandlung eines Burnouts steht Stress-Abbau an oberster Stelle, erklärt Dr. Thuile, auch eine dem individuellen Zustand des Betroffenen angepasste Bewegungstherapie spielt eine wichtige Rolle und es können stimmungsaufhellende Medikamente eingesetzt werden, auch auf pflanzlicher Basis, wie Johanniskraut oder Lavendelöl.

„Gesundes Wurzelgemüse“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).