G’sundes Südtirol: Wenn Blutarmut müde macht

Auch für Blutarmut (Anämie) ist oft eine länger anhaltende Müdigkeit das erste Anzeichen, erklärt Dr. Christian Thuile, Bluttest im Labor bringen Gewissheit.

Zu einer Blutarmut kommt es, wenn die Anzahl der roten Blutkörperchen in unserem Körper, die ja als eine Art Sauerstoff-„Taxi“ fungieren, unter eine bestimmte Konzentration abfällt. Die direkte Folge von so einer Unterversorgung, ein erstes und deutliches Signal dafür, ist eine alles lähmende, bleierne Müdigkeit. Wenn zu wenig Sauerstoff aus der Lunge an unsere Zellen gelangt, tritt bald auch eine allgemeine Schwäche ein, die Leistungsfähigkeit von Betroffenen fällt rapide ab, sie klagen oft auch über Schwindel und sind auffallend blass, nicht nur im Gesicht, noch deutlicher sieht man diese Veränderung an den Schleimhäuten.

Eine Blutarmut kann verschiedene Gründe haben, nicht immer ist ein Eisenmangel daran schuld, auch wenn dies die häufigste Ursache dafür ist. Gerade in der Naturheilkunde wird in diesem Zusammenhang auch ein Mangel an Folsäure behandelt, also ein Vitaminmangel, genauso wie ein Vitamin-B-12-Mangel, eine häufige Begleiterscheinung übrigens von schweren Magenerkrankungen.

Als erstes gilt es die tatsächliche Ursache für eine Blutarmut abzuklären, nur so lässt sie sich wirksam behandeln. Wird anhand von Laboruntersuchungen des Blutes ein Eisenmangel festgestellt, ist die Behandlung relativ einfach, so Dr. Thuile, es wird mit Eisenpräpararaten gearbeitet. Diese schmecken zwar etwas komisch, helfen aber sehr effektiv, wenn man sie lange genug einnimmt, das heißt über einige Monate.

Neben den Tabletten, die oft leider lästige Nebenwirkungen haben, kann man in den Apotheken auch nach pflanzlichem Eisen fragen, beispielsweise in Form eines Sirups oder auch eisenhaltiges Wasser trinken. Sehr nützlich wäre es dazu Vitamin-C-haltige Lebensmittel zu essen, weil diese die Aufnahme von Eisen deutlich verbessern, wie Brokkoli, alle grünen Salate, Spinat und auch viele Obstsorten, wie Äpfel und auch Kiwi und Orangen.

Vermeiden sollte man während einer Eisenkur hingegen Milch- und Milchprodukte und auch Rhabarber, da diese die Eisenaufnahme hemmen.

Gerade wer kein Fleisch isst, sollte auf Vielfalt in seiner Ernährung achten. Bestimmte Pflanzen haben zwar einen ähnlich hohen Eisengehalt wie Fleisch (vor allem mageres Fleisch vom Wild etwa), aber es wird leider viel schlechter von unserem Körper aufgenommen, nämlich nur rund 20% davon. Als Top 3 der Eisenlieferanten aus der Natur würde ich nennen: Topinambur, Spinat (und allgemein grünes Blattgemüse) und Schwarzwurzel.

„Wenn Blutarmut müde macht“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).