G’sundes Südtirol: Weniger (Fleisch) ist mehr

Über 80% der Südtiroler essen täglich Fleisch, einschließlich Wurstwaren und Speck und das ist definitiv zu viel, erklärt Radiodoktor Christian Thuile!

Untersuchungen bescheinigen Vegetariern und Veganern (die auf alle tierischen Produkte verzichten) tatsächlich eine höhere Lebenserwartung, was aber wohl auf eine insgesamt gesündere Einstellung zurückzuführen sein dürfte. Denn wer sich intensiv mit seiner Ernährung beschäftigt, hat man meist auch ein gesteigertes Körperbewusstsein und bewegt sich beispielsweise auch mehr und raucht eher nicht. Wenn es bei höchstens zwei mal Fleisch in der Woche Fleisch bleibt, auch Wurstwaren mitgerechnet und bei einem vernünftigen Lebensstil, kann man da sicher auch als Fleischesser gut mithalten. Immer mehr im Kommen sind so genannte „Flexitarier“, die sehr wenig Fleisch essen und das in Bio-Qualität, aus artgerechter Haltung und auch sonst viel Wert auf gesunde, bewusste und nachhaltige Ernährung legen.

Wer mehr rotes Fleisch von Säugetieren isst, nimmt zu viele ungesunde, gesättigte Fette auf und riskiert Übergewicht, einer der größten Risikofaktoren für unsere Gesundheit, warnt Thuile, genauso wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und es wurde nachgewiesen, dass damit auch Dickdarmkrebs eher auftreten kann. Weißes Geflügelfleisch ist für uns besser verdaulich und weniger fett, rotes Fleisch enthält dafür mehr Eisen und andere wichtige Mineralstoffe. Und auch beim weißen Fleisch kommt es darauf an, wie die Tiere gehalten worden sind und was sie zu fressen bekommen haben: Massentierhaltung ist nicht nur wegen der Unmengen von Antibiotika abzulehnen, die dabei meist eingesetzt werden.

Wer ein Hähnchen für 2,49 Euro kauft, gibt an der Kasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung zu beschweren.

Fisch, allen voran Meeresfisch, liefert uns wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Aber auch Zuchtfisch wird oft, wie andere Tiere aus der Massentierhaltung, mit Antibiotika und anderen Medikamenten behandelt. Leider kann man heutzutage selbst Wildfang nicht mehr als unbedenklich bezeichnen, wegen der Überfischung der Meere und der Verschmutzung der Gebiete, wo sie entnommen werden. Besser einschätzen lassen sich die Lebensräume und Bedingungen von heimischen Fischen, wie Forelle und Saibling, die außerdem kaum Fett enthalten. Insgesamt ist festzuhalten, dass wir zu wenig Fisch essen.

Wie so oft wäre der „goldene Mittelweg“ zu empfehlen: also ausgewogen zu essen, vor allem viel Gemüse, auch Obst, höchstens zwei Mal in der Woche Fleisch (einschließlich Wurstwaren) und auch regelmäßig Fisch. Und wenn wir alle mehr darauf achten, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie sie verarbeitet werden, tun wir nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch unserer Umwelt etwas Gutes.

„Weniger (Fleisch) ist mehr“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).