G’sundes Südtirol: Wege aus dem Stress

Stress ist eine Antriebsfeder, aber auch einer der größten Krankmacher unserer Zeit, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile. Durch einfache Methoden können wir der Stressfalle entkommen.

Es ist völlig normal, dass wir uns zwischenzeitlich auch mal gestresst fühlen, zum Dauerzustand darf es nicht werden. Stress ist nicht von vornherein etwas Ungesundes, sondern bringt uns auch weiter, aber es gilt dabei die eigenen Grenzen zu erkennen und auch mal „Nein!“ zu sagen. Wer das nicht lernt, riskiert nicht nur gesunde  Lebensjahre, sondern auch viel Lebens-Energie und –Qualität. Je höher die (Arbeits-)Belastung ist, umso schwerer gelingt es uns abzuschalten, wir nehmen, was uns unter Druck setzt, überallhin mit und das Gedankenkarussell dreht sich immer weiter. Der erste Schritt aus der Stressfalle heraus ist zu erkennen, dass es genug ist. Allein schon der Vorsatz etwas für sich selbst tun zu wollen, reduziert das Stressempfinden, haben Studien gezeigt.

Die wichtigste Maßnahme sind regelmäßige kleine Pausen, zwischendurch immer wieder etwas Ruhe, vielleicht auch ein paar Minuten Meditation oder Yoga. Die Natur spielt eine wichtige Rolle wenn es um Stressabbau geht und kleine Naturmomente passen in jeden Alltag. Es geht darum für ein paar Minuten das Fenster aufmachen, die Landschaft zu betrachten, den Vögeln zuzuhören.

Für viele ist Sport ein idealer Ausgleich, in der aktiven Bewegung steckt nachweislich viel Heilkraft für Körper und Seele. Allerdings funktioniert diese Art der Stressbewältigung nur, wenn die Freude daran im Vordergrund steht und nicht der Leistungsgedanke. Auch das angesagte „Mindful Walking“, sozusagen eine gehende Meditation im Freien, kann eine große Hilfe sein.

Ein bewährter Trick für große Grübler ist es, sich einen eigenen Ort fürs Grübeln auszusuchen und sich nur dort, ganz bewusst und ritualisiert ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um über das Belastende nachzudenken. Am besten handelt es sich dabei um einen neutralen Ort außerhalb des eigenen Wohnbereiches, das Bett sollte es beispielsweise auf keinen Fall sein! Eine entspannende Wirkung erreichen wir auch, indem wir uns für besonders in stressigen Phasen im Vornherein immer eine Dosis Wohlbefinden mit einplanen. Jetzt im Winter könnte das beispielsweise ein wöchentlicher Saunabesuch sein, die Lieblingsmusik zu hören, funktioniert eigentlich immer zum Abschalten und selbst Musik zu machen, fällt definitiv auch in den Bereich: regelmäßige Auszeit für die Seele.

Tipp: die 3-3-6-Atemübung

Legen Sie eine oder beide Hände auf den Bauch und atmen Sie ein paar mal tief ein (die Bauchdecke geht dabei richtig spürbar nach außen) und wieder aus. Beim Einatmen zählen Sie innerlich bis 3, halten die Luft an, zählen wieder bis 3 und atmen langsam wieder aus, indem Sie bis 6 zählen.Diese kleine Übung können Sie wirklich überall machen und Sie werden sehen, dass sich dadurch direkt eine Entspannung einstellt.

 

„Wege aus dem Stress“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).

Professionelle Hilfe zur Stressbewältigung bekommen Sie beim Hausarzt, den Zentren für psychische Gesundheit, den psychologischen Diensten im Südtiroler Sanitätsbetrieb, den unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen, bei Psychiatern und Psychotherapeuten und auch bei der Telefonseelsorge der Caritas und der Jugendberatungsstelle von Young and Direct.