G’sundes Südtirol: Volkskrankheit Osteoporose

Bereits in der Kinder- und Jugendzeit entscheidet sich, wir hoch unser Risiko ist, im Alter an Osteoporose zu erkranken, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Osteoporose in die Liste der zehn bedeutendsten Volkskrankheiten unserer Zeit aufgenommen. Bereits jede 3. Frau ab dem 50. Lebensjahr, aber auch knapp jeder 4. Mann, ist von dieser Knochenentkalkung betroffen. Dass es allgemein mehr Frauen sind, hängt mit den weiblichen Hormonen zusammen.

Nimmt die Knochendichte ab, schmerzen die Knochen nicht nur, sie brechen auch viel leichter, was natürlich Auswirkungen auf die Mobilität und die Lebensqualität der Betroffenen hat. Komplizierte osteoporosebedingte Brüche, wie ein Oberschenkelhalsbruch, können auch in eine Pflegeabhängigkeit führen und dann auch das Umfeld stark beeinträchtigen.

Als Kinderkrankheit wird Osteoporose oft bezeichnet, weil es unglaublich viel damit zu tun hat, wie viel wir uns als Kinder bewegen. Leider geht die Tendenz heute immer mehr dahin, dass auch schon Kinder und Jugendliche viel zu viel sitzen und dadurch ihre Knochen, gerade in diesen entscheidenden Jahren, weniger stabil aufgebaut werden. Bereits Jugendliche ab dem 20. Lebensjahr leiden oft schon an osteoporotischen Erscheinungen, wie Knochenschmerzen, die sich nicht zuordnen lassen.

Angemessene Bewegung ist in jedem Stadium der Erkrankung wichtig, Dr. Thuile sagt sogar: Sport kann Osteoporose stoppen! Mit Hilfe von Fachleuten gilt es ein individuell angepasstes Trainingsprogramm zu erstellen, aus Krafttraining, Muskelaufbau und Koordinationstraining. Die Unterstützung von Profis ist deswegen wichtig, weil zu viel Sport unseren Knochen genauso schaden kann, wie zu wenig.

Die wichtigsten Knochenstärker sind das Vitamin D und das Kalzium, sie versorgen unsere Knochen mit den nötigen Mineralien, damit sie stabil aufgebaut werden können. Die optimale Dosis an Vitamin D würde durch einen täglichen 30-minütigen Aufenthalt an der Sonne erreicht, am besten um die Mittagszeit, was aber kaum jemand hinbekommt, daher ist es oft nötig, Vitamin D aus der Apotheke zuzuführen. Das gilt auch für das Kalzium, auch wenn wir davon einiges über unsere Ernährung aufnehmen können. Milchprodukte sind reich an Kalzium, es ist auch kalziumreiches Mineralwasser zu haben, Grünkohl ist zu nennen, Gartenkresse und auch Mandeln sind ein toller Kalziumlieferant.

Als die größten Gefahren für unsere Knochen sind zu nennen: die mangelnde Bewegung, eine einseitige Ernährung und auch das Rauchen hat einen extrem negativen Einfluss auf den Knochenaufbau. 

„Volkskrankheit Osteoporose“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).