G’sundes Südtirol: Unkonzentrierte Kinder

Oft tun sich Kinder schwer damit, dem Lernstoff in der Schule zu folgen oder ihn zu Hause zu vertiefen, erklärt Radio-Doktor Christian Thuile.

Sich zu konzentrieren bedeutet, dass man seine Aufmerksamkeit gezielt auf etwas richten kann, was für erfolgreiches Lernen natürlich unerlässlich ist. Bei Grundschülern nimmt die Konzentrationsfähigkeit normalerweise mit der Zeit zu und sie können bald länger zuhören und damit Dinge aufnehmen und lernen, aber das eine Kind lässt sich leichter ablenken als das andere, mal interessiert das Thema nicht, mal kommt die Art wie etwas vorgetragen wird nicht an. Auf eine Konzentrationsschwäche weist eine allgemeine Zerstreutheit und Unaufmerksamkeit hin, mangelnde Ausdauer sich mit etwas beschäftigen zu können, zuzuhören, sich etwas einzuprägen oder auch mitzumachen.

Viele Kinder können sich nur schwer konzentrieren, wenn sie von Geräuschen umgeben sind, etwa wenn der Fernseher läuft oder wenn Geschwistern herumtoben. Oft ist es auch Unordnung, wenn sie beispielsweise am voll bepackten Küchentisch ihre Hausaufgaben erledigen sollen und sie sich die Lernutensilien immer wieder zusammensuchen müssen. Gut wäre es, wenn Kinder immer am selben Platz lernen könnten, rät Dr. Thuile, im günstigsten Fall ist dies ein Ort mit einer schönen Aussicht, einigen hilft auch leise, angenehme Hintergrundmusik.Gerade bei Kindern mit Konzentrationsschwäche geht vieles leichter über Interesse und Motivation: was interessant verpackt ist, verlockt zu mehr Aufmerksamkeit. Und es gilt auch den besten Zeitpunkt zum Lernen herauszufinden, den Biorhythmus des Kindes zu berücksichtigen. Nach der Schule braucht es meist eine Pause, auch Ablenkung durch Spielen beispielsweise, bevor sich die Kleinen wieder konzentrieren können. Und Konzentration kann man auch üben, sich antrainieren, dafür gibt es eigene Bücher und auch Programme im Internet.

Als allgemeine Faustregel fürs Lernen gilt: Ein Kind kann sich ungefähr doppelt so viele Minuten konzentrieren, wie alt es ist. Ein 10-jähriges Kind bräuchte also nach rund 20 Minuten eine kurze Pause, gerade so lange um vielleicht ein Glas Wasser zu trinken, was ebenfalls die Konzentrationsfähigkeit unterstützen kann. Und nach 1,5 bis 2 Stunden lernen (inkl. der Pausen) sollte dann aber wirklich Schluss sein.Eine unterschätzte Ursache für Konzentrationsstörungen ist Schlafmangel. Familiär-soziale Kontakte finden vielfach am Abend statt und Kinder wollen auch etwas von ihren erwachsenen Familienmitgliedern haben und bleiben oft zu lange auf für ihr Alter. Auch Probleme und Ängste in der Familie, Versagensangst in der Schule, schlechte und unregelmäßige Ernährung, allgemeine Übermüdung, Drill oder Zeitdruck rauben ihnen die Konzentration.

„Was Kindern die Konzentration raubt“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).