G’sundes Südtirol: Und täglich grüßen die Pollen

Die einen erfreuen sich an allem was jetzt blüht, für Pollenallergiker ist es aber eine harte Zeit und der Pollenflugkalender ist ihr bester Freund, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Pollenallergiker haben es vor allem mit roten, geschwollenen und juckenden Schleimhäuten von Augen, Nase und im Nasen-Rachen-Raum zu tun. Schleimhäute sind meist exponiert und enthalten  Feuchtigkeit und damit können sich Pollen dort am besten festsetzen und bei vielen reagiert der Körper darauf mit Entzündungsreaktionen, er überreagiert auf eigentlich harmlose Reize.

Allergiker können selbst viel tun, um ihr Immunsystem etwas zu beruhigen. Es ist wichtig den Pollenkalender zu beachten und wann immer es geht, den Pollen auszustellen, also seinen Urlaub vielleicht in die akute Zeit zu verlegen und in Gebiete auszuweichen, wo die Belastung nicht so hoch ist, den Berg zu suchen, wenn die Pollenbelastung im Tal am größten ist oder den Schleimhäuten auch mal in einem Stollen ein paar Stunden Erholung zu gönnen. Allgemein sollten Betroffene am Abend vor dem Zubettgehen gründlich duschen und die Haare waschen und die Anziehsachen vor dem Schlafzimmer ablegen, damit in der Nacht etwas Ruhe ist. Wichtig ist es auch zur richtigen Zeit zu lüften (in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr, am Land zwischen 20 und 24 Uhr) und wenn der Wind stark weht, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Wer regelmäßig Ausdauersport betreibt, besonders im Freien, der ist auch als Allergiker im Vorteil, denn dabei wird die Atemmuskulatur mittrainiert und die Dosis der Allergene erhöht sich ja auch erst nach und diese Gewöhnung bringt auch eine leichte Abdämpfung der Reaktion.

Abschwellende Nasensprays können kurzfristig eine gute Hilfe darstellen, so Dr. Thuile, weil sie dazu beitragen die Allergiesymptome zu lindern und den Betroffenen das Leben leichter zu machen. Aber sie sollten nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden, da sie die Schleimhäute mit der Zeit ebenfalls stark reizen können.

Und noch etwas ist bei einer Pollenallergie typisch: Oft kommen so genannte Kreuzallergien vor. Wer beispielsweise auf Birkenpollen allergisch reagiert, verträgt auch bestimmten Apfelsorten nicht. Sobald man herausgefunden hat, welche es genau betrifft, sollte man sie auf jeden Fall in der akuten Phase weglassen, oft ist es sogar notwendig sie überhaupt zu vermeiden. Viele Allergene kann man übrigens entschärfen, indem man die entsprechenden Lebensmittel kocht.

Ganz allgemein werden Allergien häufig unterschätzt, so Dr. Thuile weiter, gerade auch der allergische Schnupfen wird oft als Kleinigkeit abgetan. Im Unterschied zum Erkältungsschnupfen zieht er sich auch über mehrere Wochen, belastet Betroffene anfangs aber nur wenig, wird jedoch meist von Jahr zu Jahr mehr und kann sich im schlimmsten Fall sogar zum lebensbedrohlichen Asthma entwickeln. Eine Abklärung ist also auf jeden Fall wichtig, da es bei einer Allergie immer darauf ankommt, dass man so früh als möglich mit einer Therapien beginnt.

„Und täglich grüßen die Pollen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).